Sendedatum: 13.11.2012 20:15 Uhr  | Archiv

Nasennebenhöhlenentzündung vermeiden

Ist die nasskalte Herbst- und Winterzeit erst einmal da, lässt die Erkältung nicht lange auf sich warten. Bei feuchtem und kaltem Wetter draußen und warmer Heizungsluft drinnen fühlen sich Schnupfen-Viren besonders wohl. Die trockene Nasenschleimhaut ist ihnen nahezu schutzlos ausgeliefert, und ist sie erst einmal entzündet, breiten sich die Viren häufig auch auf die Nasennebenhöhlen aus. Stirnhöhle, Kieferhöhle und das Siebbein-Labyrinth sind über enge Gänge mit der Nase verbunden.

Normalerweise produzieren die Schleimhäute in Nase und Nasennebenhöhlen einen feinen Schleimfilm, der Krankheitserreger, Schmutzteilchen und Staub entsorgt. Bei einer Entzündung stoppt der Abtransport, die Schleimhaut produziert mehr Schleim und schwillt an. Gelangen dann noch Bakterien in die Nebenhöhlen, kommt es immer wieder zu Entzündungen. Die Betroffenen bekommen starke Kopfschmerzen, können nicht mehr richtig riechen und haben das Gefühl, ihr Kopf würde platzen.

Abschwellende Nasentropfen und Inhalation helfen

In dieser Situation helfen abschwellende Nasentropfen und das Inhalieren ätherischer Öle. Kann der Patient nach einer Woche nicht wieder richtig durchatmen, kommen Antibiotika zum Einsatz, damit die Entzündung nicht auf andere Bereiche wie die Hirnhaut übergreift und lebensgefährlich wird.

Was ist eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung?

Leidet ein Patient immer wieder oder ständig unter Entzündungen der Nasennebenhöhlen, spricht man von einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung. Sie kann anatomische Ursachen haben, zum Beispiel eine krumme Nasenscheidewand oder Polypen. Auch eine allergische Reaktion auf Pollen oder Hausstaub kann dahinter stecken. Beeinträchtigt ein Hindernis, wie zum Beispiel ein Polyp, die richtige Belüftung der Nebenhöhlen, muss es operativ beseitigt werden, damit es nicht immer wieder zu Entzündungen kommt.

Spätestens wenn der Geruchssinn eingeschränkt ist, raten Mediziner zur OP, bei der die erkrankte Schleimhaut operativ entfernt und eventuell die Nasenscheidewand begradigt wird. Ist der Durchgang in die Stirnhöhle verengt, lässt er sich in vielen Fällen auch mit einem kleinen Ballon erweitern.

Wie kann man vorbeugen?

Damit es gar nicht erst so weit kommt, kann man einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung vorbeugen. Das beginnt mit dem richtigen Naseputzen: Niemals sollte man beide Nasenhöhlen gleichzeitig schnäuzen, denn dabei wird das Sekret direkt in die Nasennebenhöhlen gepresst und bildet dort einen idealen Nährboden für Entzündungen. Besser ist es, immer eine Nasenhälfte leicht zuzudrücken. Auch auf die Hygiene kommt es an: In der Erkältungszeit sollten die Hände immer gründlich mit Seife gewaschen werden. Wer dann noch ausreichend trinkt und auf Zigaretten verzichtet, kommt gut durch die Erkältungszeit.

Interviewpartner im Beitrag:

Prof. Dr. Jens Eduard Meyer
Chefarzt
HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Plastische Operationen
Asklepios Klinik St. Georg
Lohmühlenstraße 5
20099 Hamburg
Tel. (0 40) 18 18 85 22 37
Fax (0 40) 18 18 85 35 38

Dr. Karl-Ludwig Bruchhage
Ltd. Oberarzt/Stellvertretender Klinikdirektor
Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck
Ratzeburger Allee 160
23538 Lübeck
Tel. (0451) 500 20 22
Fax (0451) 500 41 92

Dr. Jan Löhler
MAAA, Facharzt für HNO-Heilkunde
Maienbeeck 1
24576 Bad Bramstedt
Tel. (04192) 819 27 54
Fax (04192) 819 27 56

Autorin des Fernsehbeitrags:
Brid Rösner

Dieses Thema im Programm:

Visite | 13.11.2012 | 20:15 Uhr

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