Stand: 13.03.2015 17:02 Uhr

Impotenz: Wer hilft bei Diagnose und Therapie?

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Für fast jede Form der Erektilen Dysfunktion gibt es eine medizinische Therapie, sagt Prof. Frank Sommer, Arzt für Männergesundheit.

Die Ursachen für eine erektile Dysfunktion, umgangssprachlich Impotenz genannt, sind vielfältig. "Medizinisch gesehen braucht in Deutschland aber eigentlich kein Mann unter Impotenz zu leiden", sagt der Hamburger Urologie-Professor Dr. Frank Sommer. Für fast jede Form der erektilen Dysfunktion gibt es eine Therapie, bis hin zur Implantation künstlicher Schwellkörper. Die Therapien sind umfangreich und zielführend - aber auch zeitraubend und anstrengend. "Da können Sport für die gesamte Fitness, Beckenbodenübungen, Training mit der Vakuumpumpe und Tabletteneinnahme zusammenkommen", erklärt Sommer. "Dass nicht jeder Mann so viel investieren möchte, kann ich verstehen", sagt der Arzt für Männergesundheit.

Umfassende Untersuchungen erforderlich

Nicht immer ist der Genitalbereich selbst für eine Erektionsstörung, medizinisch erektile Dysfunktion, verantwortlich. Manchmal liegt die Ursache ganz woanders im Körper. Deshalb ist für eine Diagnose nicht nur ein ausführliches Gespräch, sondern auch eine umfassende Untersuchung des Patienten erforderlich. Mit leichten Stromstößen sowie Kälte- und Wärmereizen, kontrolliert der Facharzt etwa die Funktionsfähigkeit der Nervenbahnen. Zudem werden die Gefäße im Penis, die Beckenbodenmuskulatur und die Erektionsfähigkeit untersucht. Auch eine Blutuntersuchung gehört dazu. Körperliche Ursachen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes können genauso Impotenz hervorrufen wie seelische Erkrankungen (Depressionen) oder traumatische Erlebnisse. Auch daraufhin muss ein Patient untersucht werden.

Psychologische und medizinische Hilfe suchen

Problematisch ist aber vor allem, dass viele betroffene Männer ihr Leiden aus Scham jahrelang verschweigen. Der Verlust der Potenz kommt für viele einem unerträglichen Versagen gleich. "Das Bild des immer könnenden Mannes muss in Frage gestellt werden", fordert deshalb Eckhard Klingberg von der Hamburger Selbsthilfegruppe Impotenz. "Bei manchen Betroffenen kann etwas Neues entstehen, wenn es ihnen gelingt, den Ist-Zustand zu akzeptieren." Welchen Stellenwert Sex im Leben haben soll, kann nur jeder für sich selbst, beziehungsweise mit seiner Partnerin oder seinem Partner entscheiden. Psychologische Unterstützung kann helfen, sich damit auseinanderzusetzen.

Am Anfang steht der Schritt, das Schweigen über Erektionsstörungen zu brechen und sich Hilfe zu holen - psychologisch und medizinisch.

Adressen und Ansprechpartner

Centrum für Sexualwissenschaft e.V.
Hauptstr. 11
10827 Berlin
Tel. (030) 788 16 42 E-Mail: info [at] csw.berlin

Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin
Hochschulambulanz für Sexualmedizin
Universitätsklinikum der Charité
Luisenstraße 57
10117 Berlin
Tel. (030) 450 52 93 02

Pro Familia
Deutsche Gesellschaft für Familienplanung,
Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.
Tel. (069) 26 95 779 - 0

Abteilung für Männergesundheit am Universitätsklinikum Hamburg
Prof. Dr. Frank Sommer
Haus W  38
Martinistr. 52
20246 Hamburg
Tel. (040) 7410 - 550 56
E-Mail: maennergesundheit [at ] uke.de

Sexualmedizinisches Kompetenzzentrum
Prof. Dr. Dipl.-Psych. Uwe Hartmann
Schmiedestraße 18
30159 Hannover
Tel. (0511) 47 39 15 90
E-Mail: info [at] smk-hannover.de

Praxis für Sexualmedizin
im Medio-Haus
Dreiecksplatz 5
24105 Kiel
Tel. (0431) 570 86-740
E-Mail: bosinski [at] sexualmedizin-kiel.de

Institut für Lebens- und Sexualberatung der
Deutschen Gesellschaft für Sozialwissenschaftliche Sexualforschung (DGSS)

Gerresheimer Str. 20
40211 Düsseldorf
Tel. (0211) 35 45 91
E-Mail: sexualforschung [at] sexologie.org

 

Selbsthilfegruppen Impotenz

Impotenz Selbsthilfe Interessengemeinschaft
Mohrenstraße 17
10117 Berlin
Tel. (030) 20 62 14 37 (Stefan Hennings)
Grundsätzlich erreichbar montags bis samstags von 10 bis 20 Uhr. Ansonsten

Selbsthilfegruppe Erektile Dysfunktion
Tel. (08142)  59 70 99  oder (030)  76 68 95 21
E-Mail:  kontakt [at] impotenz-selbsthilfe.de

Berlin:
Treffen jeden 3. Freitag im Monat von 19 bis 21 Uhr im
5. Obergeschoss (Fahrstuhl) im Raum 5.010 der
Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle (SEKIS)
Bismarckstraße 101
10625 Berlin-Charlottenburg

Hamburg:
Treffen: jeden 2. und 4. Dienstag im Monat um 18 Uhr
Eilbeker Weg 214
22089 Hamburg
Weitere Auskünfte gibt es telefonisch beim Gruppenleiter
Eckhard Klingberg
Tel. (0176)  50 01 01 50
E-Mail: teamklingberg [at] gmail.com

Hannover:
Jeden 2. Montag im Monat Treffen von 18.30 bis 20.30 Uhr im Freizeitheim Ricklingen.
Ricklinger Stadtweg 1
30459 Hannover
Weitere Informationen gibt es über die Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle im Selbsthilfebereich (KIBIS) Hannover
Tel. (0511) 66 65 67
E-Mail: erektile.dysfunktion-hannover [at] web.de

Köln:
Jeden 2. Donnerstag im Monat Treffen von 19 bis 21 Uhr im Gesundheitsladen
Venloerstr. 46
50672 Köln

München:
Jeden 2. Montag im Monat Treffen von 20 bis 22 Uhr im Gruppenraum G3 des Selbsthilfezentrums (SHZ) München
Westendstr. 68
80339 München

Stuttgart:
Jeden 2. Donnerstag im Monat Treffen von 19.45 bis 21.45 Uhr im Raum 3 der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS)
Keine Anmeldung erforderlich.
Tübinger Straße 15
70178 Stuttgart 
Tel. (0711) 640 61 17 (KISS-Kontakt, nicht direkt zur Selbsthilfegruppe)

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