Brennnesseln: Viel besser als ihr Ruf

Stand: 28.03.2022 11:59 Uhr

Brennnesseln haben zu Unrecht einen schlechten Ruf, sie sind vielseitig einsetzbar: als Tee, Suppe oder Dünger. Raupen von Schmetterlingen dienen sie als Nahrung. Tipps zur Verarbeitung.

Im Garten ist sie eher ein unbeliebtes Kraut - obwohl sie extrem nützlich ist: Die Brennnessel ist einer der Lieblingsfeinde vieler Gärtner und wird oftmals unermüdlich bekämpft. Dabei gilt die Pflanze als Heilkraut - und ist ausgesprochen nützlich.

Ohne Brennnessel keine Schmetterlinge

Die Pflanze dient als Kinderstube für etwa 50 heimische Schmetterlingsarten. So legen etwa Tagpfauenauge, der Kleine Fuchs, der Admiral oder das Landkärtchen auf den Halmen der Brennnesseln ihre Eier ab. Die Raupen finden hier energiereiche Nahrung. Und wenn sie genug Brennnesseln zu fressen haben, wandern sie auch nicht zu den Gemüsepflanzen in den Garten ab. Eine kleine Ecke mit Brennnesseln ist also durchaus nützlich.

Brennnessel zeigt stickstoffreichen Boden an

Außerdem ist die Brennnessel eine sogenannte Zeigerpflanze. Wo sie wächst, braucht in der Regel nicht gedüngt zu werden. Denn dann enthält der Boden viel Stickstoff, ist humusreich und feucht. Damit ist er also ein guter Standort für Tomaten, Paprika, Kohl, Kürbis, Zucchini und Gurken.

Natürlicher Dünger mit Brennnesseljauche

Die Brennnessel enthält viele Mineralien und eignet sich als Jauche perfekt zum Düngen von Gemüse und Blumen. Als Sud angesetzt wirkt sie gegen Blattläuse. Billiger und einfacher kann man keinen Dünger oder Pflanzenschutzmittel herstellen.

Ernten ohne sich zu verbrennen

Zum Ernten benötigt man nicht unbedingt Handschuhe. Denn die Brennhaare am Stiel der Pflanze stehen leicht nach oben. Einfach mit einer leichten Aufwärtsbewegung greifen, dann passiert gar nichts.

Brennnesseln als Salat essen oder Tee trinken

Die Ernte von Brennnesseln ist das ganze Jahr über möglich. Im Frühjahr eignen sich die jungen Triebe besonders gut für die Küche. Aus frischen oder getrockneten Blättern lässt sich Brennnesseltee kochen. Er wirkt entzündungshemmend und entgiftend und enthält viel Folsäure und Eisen. Die Samen der Pflanze können gut in Salaten verarbeitet werden. Sie sind ein Energielieferant, ein heimisches Superfood.

Brennnessel-Suppe zubereiten

Brennnesseln kann man wie Spinat zubereiten oder eine deftige, schnelle Suppe daraus kochen. Dafür ein paar Zwiebeln leicht in etwas Öl andünsten und klein geschnittene Kartoffeln für die Bindung hineingeben. Das Ganze mit Gemüsebrühe und etwas Wasser ablöschen und die jungen Triebe der Brennnessel dazugeben. Die Suppe eineinhalb Stunden köcheln lassen. Am Ende noch mit Sahne verfeinern. Die Suppe ist basisch und reich an Vitalstoffen.

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