Biotop mit Herbstlaub. © fotolia Foto: Tommy Windecker

Den Gartenteich im Herbst winterfest machen

Stand: 24.10.2019 09:22 Uhr

Im Herbst benötigt der Gartenteich Pflege und sollte winterfest gemacht werden. Damit die Fische überleben, müssen Algen und andere Pflanzenreste entfernt werden.

Das Hauptproblem während der kalten Jahreszeit ist die Zersetzung der organischen Masse im Teich. Sie verbraucht viel Sauerstoff, der wiederum vor allem unter einer geschlossenen Eisdecke und bei mangelnder Wasserumwälzung knapp wird. Das führt zum Tod von größeren Tieren wie Fischen und Fröschen.

Ufer- und Wasserpflanzen zurückschneiden

Ein Rückschnitt der Pflanzen ist sowohl am Ufer als auch im Teich selbst wichtig, denn die abgestorbenen Pflanzenteile würden sonst ins Wasser fallen, auf den Boden des Teichs sinken und sich langsam zersetzen. Bei Uferpflanzen wie Schilf, Gras, Zyperngras oder Binsen können etwa 20 Zentimeter stehen bleiben. So bleibt das Ufer im Winter länger eisfrei und der Teich wird besser belüftet.

Laub und Algen gewissenhaft keschern

Da die meisten Bäume im Herbst ihre Blätter abwerfen, fällt auch in den Gartenteich das ein oder andere Blatt. Hier hilft, das gesamte Laub mit einem Kescher zu entfernen. Das gilt auch für Algen, denn je kühler es wird, desto träger werden die Mikroorganismen, die faulige Algen- und Laubreste im Wasser abbauen.

Mit dem Schlammsauger reinigen

Bereits bestehende Verschmutzungen lassen sich leicht mit einem Teichschlammsauger, den es im Gartencenter zu kaufen oder leihen gibt, entfernen. Die Geräte beseitigen mühelos Schlamm, faulige Pflanzenreste und Algen. Über eine regelbare Ansaugdüse, die von zwei bis auf zehn Millimeter eingestellt werden kann, wird der Teichschlamm in einen Behälter gesaugt. Die meisten Schlammsauger bestehen aus einem Tank, in den der Schlamm mit einer Pumpe eingesaugt wird. Eine weitere Pumpe befördert das Schlammwasser über einen Ablauf nach draußen oder lässt das gereinigte und mit Sauerstoff angereicherte Wasser in den Teich zurückfließen, wobei Schlamm und Schmutz in einer separaten Filterwanne gesammelt werden.

Welche Teichpflanzen sind winterhart?

Seerosen im Teich mit Goldfischen © NDR Foto: Günter Kamp aus Greifswald
Seerosen können im Teich überwintern.

Frostempfindliche Pflanzen wie Wasserhyazinthen oder Lotusblumen gehören vor dem Winter ins Haus. Sie können in einem Eimer voll Wasser an einem hellen, frostfreien Ort überwintern. Einheimische Pflanzen wie Wasserschwertlilien oder Froschlöffel müssen dagegen nicht aus dem Teich geholt werden, da ihnen Frost nichts ausmacht. Auch Seerosen können im Wasser bleiben.

Eisfreihalter: Fische durch den Winter bringen

Damit auch Fische unbeschadet durch den Winter kommen, sollten sie ab einer Temperatur von etwa zehn Grad nicht mehr gefüttert werden. Sie verfallen bei niedrigen Temperaturen ohnehin in eine Winterstarre. Futterreste am Boden des Teichs können Fäulnisgase freisetzen, die bei zugefrorenem Teichwasser nicht entweichen und die Tiere vergiften können.

Styroporrring auf einem Gartenteich
Der Styroporring darf auf keinen Fall zu klein sein.

Um das zu verhindern, bietet es sich an, die Wasseroberfläche mit einem sogenannten Eisfreihalter offenzuhalten. Dies ist ein Styroporring mit mindestens 60 Zentimeter Durchmesser und einem Deckel, ebenfalls aus Styropor. Wichtig ist hierbei die Größe. Es gibt viele billige Eisfreihalter auf dem Markt, die aber meist viel zu klein sind. Den Eisfreihalter am besten über der tiefsten Stelle im Teich positionieren.

Bei starkem Frost zusätzlich Teichheizer verwenden

Bei stärkerem Frost genügt der Eisfreihalter nicht mehr, hier empfiehlt es sich, einen Luftausströmer in knapp dreißig Zentimeter Tiefe unter dem Eisfreihalter anzubringen, der eine leichte Wasserbewegung erzeugt. Besser noch sind Teichheizer, die ausreichend Wärme erzeugen, um das Wasser unter dem Eisfreihalter garantiert eisfrei zu halten.

Eisdecke nicht mit Axt zerschlagen

Hat sich die Eisdecke auf dem Teich bereits geschlossen, darf auf keinen Fall ein Loch mit einer Axt ins Eis geschlagen werden, denn mit jedem Axthieb baut sich unter der Eisdecke im Wasser eine Druckwelle auf. Die Gesamtheit der Druckwellen führt leicht dazu, dass die Luftblase der in Winterruhe verharrenden Fische platzt.

Pumpe aus dem Teich entfernen

Wasserpumpen müssen im Winter aus dem Teich entfernt werden, wenn sie weniger als 80 Zentimeter unter der Wasseroberfläche liegen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sie bei Frost einfrieren und kaputtgehen. Die Pumpen sollten in einem Eimer mit Wasser aufbewahrt werden. Auch Filter und andere Teichtechnik, die außerhalb des Teichs stehen, sollten vor dem ersten Frost abgebaut, gründlich gereinigt und zum Überwintern ins Haus gebracht werden.

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Dieses Thema im Programm:

Mein Nachmittag | 22.10.2019 | 16:20 Uhr

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