Daniel Günther gibt ein Interview. © NDR

Günther zu Corona-Lage: Ungeimpfte sollten sich nicht mehr treffen

Stand: 29.11.2021 17:21 Uhr

Um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen, könnten laut Ministerpräsident Daniel Günther die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte weiter verschärft werden.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat sich offen für weitere Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte gezeigt. Neben einer dauerhaften allgemeinen Impfpflicht könne er sich auch vorstellen, die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte zu verschärfen. "Ich finde, dass sich Ungeimpfte gar nicht treffen sollten in diesen Zeiten, um das Virus nicht weiterzuverbreiten", sagte Günther.

Eine Studie der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hätte gezeigt, dass von zehn Neuinfektionen acht bis neun auf Ungeimpfte zurückzuführen seien "und das zeigt schon, je weniger Ungeimpfte sich begegnen, desto besser ist die Situation", so Günther.

Mehr 2G- oder 2G-Plus-Regeln

Für einen bundesweiten Lockdown sieht der Ministerpräsident hingegen keine Notwendigkeit. "Wir haben das Rüstzeug, um mit unserer Lage in Schleswig-Holstein angemessen umzugehen, und das werden wir genauso weiter fortsetzen", erläuterte Günther, der von einer Seitwärtsbewegung bei den Zahlen in Schleswig-Holstein sprach. Die Inzidenz liege relativ stabil bei 150 und die Krankenhaus-Situation würde sich nicht verändern. Sollte sich die Situation aber verschlechtern, schloss der Regierungschef nicht aus, nachzujustieren, zum Beispiel durch mehr 2G- oder 2G-Plus-Regeln.

Günther: Andere Maßnahmen in SH als in Bayern

Am Dienstag berät Günther mit den Regierungschefs der Länder, der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem designierten neuen Kanzler Olaf Scholz (SPD) über die Corona-Lage und möglicherweise auch über schärfere Maßnahmen. In den vergangenen Tagen war angesichts der sich zuspitzenden Lage von unterschiedlicher Seite auf rasche Bund-Länder-Beratungen auf Spitzenebene gedrängt worden.

Ministerpräsident Günther hatte dies nicht unbedingt als notwendig angesehen und beharrt darauf, dass jedes Land nach den Möglichkeiten des Infektionsschutzgesetzes individuell handeln soll. "Natürlich muss in einem Landkreis in Bayern, wo die Inzidenz bei 1.300 ist, anders reagiert werden als in einem Landkreis in Schleswig-Holstein, bei dem die Inzidenz bei 90 liegt", erläuterte Daniel Günther.

Im Anschluss an die Bund-Länder-Schalte wird Daniel Günther heute erklären, wie sich die Beschlüsse auf Schleswig-Holstein auswirken. NDR.de zeigt die Pressekonferenz im Livestream.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 29.11.2021 | 17:00 Uhr

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