Stand: 06.04.2020 12:36 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Diskussion um Corona-Kontrollen an Grenze zu Hamburg

Mit dem Auto, per Rad oder zu Fuß: Am Wochenende wollten viele Hamburger ihre Freizeit in Teilen Schleswig-Holsteins verbringen. Doch die Polizei hat wegen des Corona-Einreiseverbots Hunderte Hamburger wieder zurückgeschickt. Wer lediglich als Tourist unterwegs ist, darf nach Angaben der Polizei nicht über die Landesgrenze. Im Rathaus von Hamburg hat das für Verstimmung gesorgt. Nach Angaben des "Hamburger Abendblatts" haben Mitarbeiter des Senats bei den Behörden in Schleswig-Holstein angerufen und darauf gedrängt, dass Radfahrer und Fußgänger an der Landesgrenze künftig nicht mehr kontrolliert werden.

Tschentscher und Günther im Dialog

Hamburgs Erster Bürgermeister, Peter Tschentscher (SPD), äußerte sich zu den Kontrollen an der Landesgrenze in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Diese Psychologie, dass in der Krise plötzlich Kleinstaaterei beginne, sei eine eigenständige Dimension. Er habe mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) über die Vorfälle in einigen Landkreisen gesprochen - und man sei sich einig gewesen, dass das nicht sein solle. "Aber Psychologie ist komplex und natürlich finden Hamburger es nicht gut, wenn es plötzlich heißt: Ihr überlauft unsere Kurorte, ihr seid ein Problem", sagte er. "Deshalb ist es wichtig, auf den rationalen Grund zu verweisen: Wir müssen unnötige Reisen verhindern, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen." Günther wird im "Hamburger Abendblatt" seinerseits wie folgt zitiert: Niemand habe etwas gegen Hamburger. Es werden nur alle gebeten, sich in diesem Ausnahmezustand an die Regeln zu halten.

Corona-Regeln: Noch wurden keine Bußgelder verhängt

Am Wochenende hatten schleswig-holsteinische Polizisten unter anderem in Tangstedt (Kreis Stormarn) und Wedel (Kreis Pinneberg) nach eigenen Angaben etwa 230 Hamburger Autofahrer wieder nach Hause geschickt. Betroffen waren auch Radrennfahrer und Motorradfahrer. So hätten sich die Motorradfahrer in kleinen Grüppchen getroffen, hieß es. Im Rader Forst seien sogar gleich 300 Radrennfahrer unterwegs gewesen. Bußgelder wurden hier nicht verhängt. Das könnte sich aber über die Ostertage ändern, hat die Landespolizei mitgeteilt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.04.2020 | 12:00 Uhr

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