Goldstücke vor Geld. © panthermedia Foto: Maren.Wischnewski

Wieder Betrugsfälle mit Senioren: Husumerin übergibt Goldbarren

Stand: 22.04.2022 10:04 Uhr

Eine Rentnerin hat in Husum (Kreis Nordfriesland) einem falschen Polizeibeamten Goldbarren im Wert von 30.000 Euro übergeben. Die Kriminalpolizei sucht Zeugen nach dem Vorfall.

Die Husumerin bekam laut Polizei am Mittwochmittag einen Anruf. Es meldete sich eine angebliche Polizistin, die von Einbrüchen in der Nachbarschaft berichtete. Die Betrügerin machte der Seniorin weiß, dass auch bei ihr eingebrochen werden solle. Nach langen Gesprächen gab die ältere Dame an, über Goldbarren zu verfügen, die bei ihrer Bank liegen würden. Die Anruferin redete der alten Dame ein, dass die Bank die Goldbarren gegen unechte ausgetauscht habe und sie sie deshalb lieber abholen und prüfen solle.

Wer hat die Übergabe in Husum beobachtet?

Die Husumerin holte also die Goldbarren von der Bank und übergab sie in der Hooger Straße einem angeblichen Experten. Goldbarren im Wert 30.000 Euro sind nun weg. Die Polizei bittet um Hinweise aus der Bevölkerung. Wer hat die Übergabe am Mittwochnachmittag zwischen 15 und 17 Uhr beobachtet? Gesucht wird ein 30 bis 40 Jahre alter Mann, der etwa 1,65 - 1,70 Meter groß ist. Er hatte gebräunte Haut, trug ein helles Basecap, eine beigebraune Jacke und Sportschuhe. Die Nummer der Polizei für Hinweise lautet (04841) 83 00.

Immer wieder ähnliche Fälle

Eine Seniorin hält sich ein Telefon an ihr Ohr. © dpa Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Die Betrüger gehen laut Polizei meist geschickt vor und wickeln die Senioren in langen Telefonaten regelrecht ein.

Die Polizei in Husum hatte erst vor zwei Wochen gemeldet, dass es zurzeit häufiger zu ähnlichen Betrugsversuchen komme: Falsche Polizisten rufen ältere Menschen an und fragen gezielt nach Wertsachen und Geld im Haus. Häufig behaupten sie - wie jetzt im Fall der Husumerin -, dass ein Einbruch bevorstehe. Außerdem wird den Senioren eingeredet, dass Banken das Ersparte beiseite schaffen würden und das Geld oder Gold deshalb lieber abgeholt werden solle. Die falschen Polizisten bieten dann an, das Geld in Verwahrung zu nehmen.

Rentner aus Flensburg verliert 100.000 Euro

Einen schweren Betrugsfall gab es erst vor einigen Tagen in Flensburg. Ein Betrüger erbeutete nach Polizeiangaben 100.000 Euro von einem 79 Jahre alten Rentner. Er gewährte einem angeblichen Bankmitarbeiter Zugriff auf sein Online-Konto. Der Betrüger hatte offenbar versprochen, vermeintliche Überweisungen rückgängig zu machen - ein Vorgang, den ein echter Banker allerdings laut Polizei nie machen würde. Der Betrüger hob stattdessen selber 100.000 Euro vom Konto des Rentners ab.

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Senior schaut aus dem Fenster während eines Telefonats © picture alliance / Sebastian Gollnow/dpa Foto: Sebastian Gollnow

Flensburger Rentner um 100.000 Euro betrogen

Der Mann hatte einem vermeintlichen Bankmitarbeiter Zugriff zu seinem Online-Banking-Konto gewährt. Vermutlich ist das Geld jetzt weg. mehr

Seniorin beim Telefonieren, hinter ihr die Silhouette eines Mannes (Bildmontage) © picture-alliance / Sven Simon, Fotolia Foto: Sven Simon, ia_64

Falsche Polizisten erbeuteten 2021 mindestens 450.000 Euro

Elf Mal seien Senioren mithilfe des Enkeltricks betrogen worden, berichtet das LKA. Doch die Zahl der Versuche habe abgenommen, so die Ermittler. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.04.2022 | 08:30 Uhr

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