Stand: 09.10.2019 15:53 Uhr

Wie sich Ärzte mit 3D-Druckern auf Hirn-OPs vorbereiten

Wenn Arterien im Gehirn zu platzen drohen, weil sie sich verformt haben oder eine Wand zu dünn geworden ist, dann muss schnell operiert werden. Ein Katheter wird dann bis ins Gehirn geschoben. Durch ihn soll Material transportiert werden, um die Schwachstelle zu stabilisieren. Doch was hilft am besten? Einen Tunnel einfügen oder Hohlräume besser mit Titan verfüllen? Mit Hilfe eines geklonten Modells der Arterien versucht Dr. Hannes Schwenke, Arzt am Lübecker Institut für Neuroradiologie des UKSH, diese Fragen unmittelbar vor der Operation weitestgehend zu klären.

Ein 3D-Druck eines Arterien-Verlaufs im Gehirn. © NDR

Hirn-OP: Weniger Risiken durch Proben am Modell

Schleswig-Holstein Magazin -

Am UKSH in Lübeck haben Ärzte eine neue Methode entwickelt, um sich auf komplizierte Hirn-Operationen vorzubereiten. Sie erschaffen 3D-Modell der Arterien und proben den Eingriff daran.

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Weniger "nebulöses Vortasten"

Das Modell erstellt Schwenke auf Grundlage von Computerdaten mit einem 3D-Drucker. Er und seine Kollegen nutzen es, um den Eingriff in einem Versuchsaufbau Schritt für Schritt durchzugehen. Eine Probe-Operation außerhalb des Körpers sozusagen. Peter Schramm vom UKSH Lübeck erklärt die Vorteile der Methode: "Wir haben weniger nebulöses Vortasten sozusagen, sondern können viel präziser abschätzen, ob eine Situation besonders viel Aufmerksamkeit oder eben spezielles Material bedarf."

Risiko für Patienten sinkt

Dass Mediziner sich mit einer Probe-OP am Modell vorbereiten, gehört längst nicht zum Standard. Deshalb bildet Schwenke regelmäßig Ärzte in dieser Methode aus. Dr. Wei-Te Wang von der medizinischen Universität Wien gehört dazu. Er ist begeistert: "Mit Simulator und Modellen ist die Medizin jetzt endlich mal dort, wo die Luftfahrt schon seit 20 Jahren ist, also wie die Piloten ausgebildet werden." Und davon profitieren auch die Patienten, ist sich Gesine Wirth von der Uni-Klinik Mainz sicher: "Am Modell kann man austesten, was das Material tatsächlich macht, ohne die Gefahr einzugehen, sich beim Patienten ein Problem einzufangen"

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 09.10.2019 | 19:30 Uhr

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