Stand: 26.03.2020 17:13 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Tafeln in SH finden Wege aus der Corona-Krise

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Viele Tafeln können ihr Angebot dank guter Ideen aufrecht erhalten - Corona zum Trotz.

In Schleswig-Holstein gibt es 57 Tafeln. Fast zwei Drittel davon sind inzwischen wegen der Corona-Pandemie geschlossen oder haben ihr Angebot eingeschränkt. "Wir haben viele Ehrenamtliche, die zur Risikogruppe gehören", sagt der Vorsitzende des Verbands der Tafeln in Schleswig-Holstein und Hamburg, Frank Hildebrandt. Auch die Kunden müssten vor einer Infektion geschützt werden. Hinzu kommen Räumlichkeiten, die es teilweise nicht hergeben, dass die Kunden genug Abstand halten können. Weil Restaurants geschlossen sind, fallen auch nicht mehr so viele Lebensmittel an, die abgegeben werden können. Gut, dass einige lokale Trägervereine der Tafeln kreative Wege aus der Krise finden.

Nordfriesland: Termine in der Kirche

So haben die Tafeln von Husum und Bredstedt (beide Kreis Nordfriesland) ihre Ausgabe an einem Termin in eine Kirche verlegt. Das liegt nahe: Dort ist genug Platz, die Kirchen haben zwei Ausgänge und können zur Zeit auch nicht genutzt werden. Die Rendsburger Tafel öffnet nach mehrtägiger Unterbrechung laut einem Sprecher mit geänderten Regeln wieder ihre Türen: Wer dringend Lebensmittel benötigt, kann sich wöchentlich bis donnerstags, 14 Uhr, telefonisch anmelden. Helfer packen die Bestellung in Tüten und geben sie am Freitag aus.

Kooperation mit Supermärkten erweitert

In Süderbrarup (Kreis Schleswig-Flensburg) kann die Tafel derzeit ihren Betrieb zwar nicht aufrecht erhalten. Registrierte Tafelgänger können sich aber bei zwei Supermärkten im Ort melden und dort Lebensmittel bekommen. In Itzehoe (Kreis Steinburg) springt die Stadt kurzfristig ein: "Wir prüfen die Bedürftigkeit und geben dann Lebensmittelgutscheine aus", erklärt Bürgermeister Andreas Koeppen. "Die werden per Post verschickt. Wenn es ganz dringend ist, können wir auch eine Übergabe vor dem Rathaus vereinbaren." Die Gutscheine können im Supermarkt eingelöst werden.

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Dithmarschen: Lösungen mit Jobcenter

Die Tafeln in Dithmarschen werden durch die Arbeiterwohlfahrt betrieben und sind nur leicht eingeschränkt. "Wir haben schon vor Jahren gemeinsam mit dem Jobcenter kreative Lösungen gefunden, die uns jetzt zu Gute kommen", erklärt der Vorsitzende Karsten Wessels. "Mit Ein-Euro-Jobbern und mehreren jungen, hauptamtlichen Mitarbeitern, die wir mit Hilfe des Jobcenters aus der Langzeitarbeitslosigkeit geholt haben, halten wir den Betrieb aufrecht."

Trotzdem wurden die Öffnungszeiten an den Ausgabestellen eingeschränkt. "Wir wollen so wenig Kontakte haben wie möglich. Und das funktioniert auch gut", sagt Wessels. Die Supermärkte der Region stellten genug Lebensmittel zur Verfügung, dass sogar ein Zirkus mit versorgt werden könne, der in Lehe festsitzt, so Wessels: "Die können gerade nirgendwo hin. Und wir haben immer mal altes Brot oder Obst, das wir aussortieren müssen. Das bringen wir denen vorbei für die Tiere."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.03.2020 | 10:30 Uhr

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