Ein Mann fotografiert eine Buhne, in Westerland auf Sylt © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

Sylt: Warum viele Buhnen abgebaut werden - aber nicht alle

Stand: 14.12.2021 10:58 Uhr

Aktuell rollen wieder Bagger über die Strände von Sylt. Südlich von Westerland entfernen Arbeiter Buhnen. Bis 2024 sollen insgesamt 80 dieser Bauwerke abgebaut sein. Der Grund: Sie erfüllen ihren Zweck nicht wie gewünscht.

Eigentlich sollten diese schmalen Dämme - meist aus Holzpfählen und Steinen bestehend - dem Küstenschutz dienen. Sie sollten den Sand am Strand zu halten, erklärt die Direktorin des Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), Birgit Matelski. Doch es stellte sich heraus, dass die Buhen eine andere, aus der Sicht der Behörde viel effektivere Küstenschutzmaßnahme behindern: Sie halten auch neuen Sand vom Strand fern, der vorgespült wird, so Matelski. Seit 2019 läuft deshalb der Rückbau. Es sei wichtig, alle Maßnahmen anhand aktueller Erkenntnisse immer wieder zu prüfen und, wenn nötig, auch rückgängig zu machen, erklärt die LKN-Direktorin und ergänzt: "Der Buhnenrückbau zeigt jetzt schon positive Effekte auf die Küstensicherung".

Rückbau ist Ausgleich für Sandvorspülungen

Ein Radlader schaufelt Sand, in Westerland auf Sylt © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken
Bagger rollen über den Strand vor Sylt - sie entfernen Buhnen.

Der Rückbau hat noch einen weiteren Grund: Er gilt als Ausgleichsmaßnahme für den Eingriff in die Natur durch die Sandvorspülungen, für die Sand vor Westerland aus dem Meer genommen wird. In diesem Jahr waren das zwischen Anfang Mai und Mitte Oktober rund 2,45 Millionen Kubikmeter Sand. Wegen der hohen Wellenenergie vor Sylt bilden die flexiblen Strandaufspülungen nach LKN-Angaben die effektivste Schutzmaßnahme.

Sechs Buhnen bleiben als Fotomotiv und Andenken

Auch wenn die Buhnen nicht zum Küstenschutz beitragen, haben sie inzwischen einen andere Funktion: Sie sind für Touristen und Einheimische ein beliebtes Fotomotiv. Deshalb sollen sechs Buhnen an den Stränden von Westerland und Rantum stehen bleiben - auf Bitte der Gemeinde Sylt. Sie sollen gleichzeitig auch eine Art Mini-Freilichtmuseum sein und als Anschauungsobjekte zum Sylter Küstenschutz aus vergangenen Zeiten dienen. Nach LKN-Angaben handelt sich in allen Fällen um Kastenbuhnen aus dem 19. Jahrhundert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin! Schleswig-Holstein mittendrin | 14.12.2021 | 12:00 Uhr

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