Stand: 21.12.2018 12:17 Uhr

Rückbau des AKW Brunsbüttel kann beginnen

30 Jahre hat das AKW Brunsbüttel Strom geliefert, seit 2007 ist der Meiler nach mehreren Pannen abgeschaltet. Am Freitag hat die Landesregierung in Kiel die offizielle Rückbau-Genehmigung für das AKW erteilt - nun kann der Abriss beginnen. "Der Atomausstieg wird nun auch in Schleswig-Holstein für jedermann sichtbar", sagte der für die Atomenergie zuständige Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Der Meiler werde "endlich abgebaut". Die Unterlagen für die Stilllegung und den Abriss der Anlage umfassen 700 Seiten. Der Regionalchef von Kraftwerksbetreiber Vattenfall, Pieter Wasmuth, sagte, "der Rückbau eines Kernkraftwerks ist eine technisch gelöste Aufgabe".

Das Ministerium arbeitet seit 2012 an dieser ersten Rückbau-Genehmigung. "Es dauert einige Jahre, bis man so etwas ausgehandelt hat", sagte Albrecht. "Hier hat es jetzt sechs Jahre gedauert - das ist noch im Rahmen." Für einen Teil der Abrissarbeiten müssten noch weitere Genehmigungen erteilt werden. Das betrifft auch den Abbau des Reaktor-Druckbehälters. Der Rückbau des Kraftwerks beginnt im Inneren - bis die Arbeiten außen zu sehen sind, dauert es noch.

Rückbau kann 20 Jahre dauern

Jahrelang hatten die Fachleute der Atomaufsicht im Kieler Umweltministerium den Rückbau-Antrag von AKW-Betreiber Vattenfall geprüft. Der ausführliche Antrag auf Abriss des Meilers füllte eine ganze Lkw-Ladung.

Während die Arbeiten beim AKW in Stade auf der anderen Elbseite in Niedersachsen schon laufen, ist Brunsbüttel das erste Atomkraftwerk in Schleswig-Holstein, das abgerissen wird. Doch vom AKW bis zur grünen Wiese ist es noch ein weiter Weg. Experten gehen von rund 20 Jahren aus. Bis zum Ende der Arbeiten überwachen Fachleute der Atomaufsicht den Rückbau des Meilers in Brunsbüttel.

 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.12.2018 | 12:00 Uhr

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