Stand: 20.02.2020 16:23 Uhr

Rettungsschiff: "Poseidon" heißt nun "Sea-Watch 4"

Die Taufpatin Aminata Touré steht bei der Taufzeremonie vor dem Rettungsschiff "Sea-Watch 4". © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder
Sie ist Taufpatin für die "Sea-Watch 4": Grünen-Politikerin Aminata Touré.

Das ehemalige Forschungsschiff "Poseidon" hat in Kiel einen neuen Namen erhalten: "Sea-Watch 4". Der Eigentümer, das Bündnis United4Rescue, hatte zur Taufe geladen. Es will das Schiff ab April einsetzen, um im Mittelmeer Flüchtlinge aus Seenot zu retten. Das Bündnis hatte das Schiff für 1,5 Millionen Euro erworben. Betrieben wird es von der Rettungsorganisation Sea-Watch. Taufpatin des Schiffs ist die Grünen-Politikerin Aminata Touré, sie ist auch Vizepräsidentin des Landtags. Segensworte sprach der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm.

Im akuten Notfall Platz für 900 Menschen

Das Schiff solle zusätzlich zur bereits im Einsatz befindlichen "Sea Watch 3" auf Mission gehen, sagte Sea-Watch-Vorstandsvorsitzender Johannes Bayer. "Wir sind unglaublich froh, dass wir mit diesem Schiff die Abdeckung im Mittelmeer verbessern können", betonte er. Es werde nördlich von Libyen patrouillieren und könne bis zu 300 Menschen aufnehmen. Bei akuten Notfällen könnten es für kurze Zeit aber auch bis zu 900 sein, so Bayer. 26 feste und ehrenamtliche Mitarbeiter aus mehreren europäischen Ländern sind auf den jeweils vierwöchigen Einsätzen dabei.

Etwa drei Tage lang wird das neue Schiff noch am Kieler Geomar Zentrum umgebaut, dann wird es für weitere Arbeiten in den spanischen Hafen Burriana überführt. Es wird unter anderem ein Schutzbereich mit 24 Betten speziell für Frauen und Kinder eingebaut.

United4Rescue: Kirchen, Gewerkschaften, Bands

United4Rescue wird zum großen Teil von kirchlichen Organisationen getragen. Aber auch der DGB und die Band Revolverheld sind Partner des Bündnisses. Es kooperiert mit Sea-Watch. Partner und Förderer sind zur Schiffstaufe eingeladen worden. Schaulustige konnten die Schiffstaufe nicht verfolgen, sie fand in einem abgesperrten Hafenbereich statt.

"Man muss die Seenot-Rettung unterstützen"

Heinrich Bedford-Strohm, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, steht auf der Brücke im Rettungsschiff "Sea-Watch 4". © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder
EKD-Ratspräsident Heinrich Bedford-Strohm wirbt für das kirchliche Engagement in der Flüchtlingsrettung.

Im Interview mit dem Bayrischen Rundfunk hatte Bedford-Strohm am Donnerstagmorgen diese Form des kirchlichen Engagements in der Flüchtlingsrettung verteidigt. "Es ist eine ungewöhnliche Aktion. Aber ich glaube schon, dass sie sehr viel zu tun hat - auch mit dem christlichen Glauben", sagte er. Es gehe um Nächstenliebe, die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr. "Wenn es so ist, dass die staatliche Seenotrettung schlicht eingestellt worden ist und niemand da ist, der diese Menschen rettet, dann muss man die zivile Seenotrettung unterstützen. Und genau das tun wir."

Weitere Informationen
FS POSEIDON auf der Kieler Förde. © GEOMAR Foto: Daniela Krellenberg

Ex-Forschungsschiff aus Kiel soll Flüchtlinge retten

Das Bündnis "United4Rescue" hat den Zuschlag für das ehemalige Kieler Forschungsschiff "Poseidon" bekommen. Das Schiff soll künftig als Flüchtlingsschiff Menschen in Not retten. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.02.2020 | 19:30 Uhr

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