Stand: 15.02.2019 18:12 Uhr

Razzia auf Sylt: Millionen-Betrüger aufgeflogen

Ermittler der Polizei sind einem Millionenbetrug mit fingierten Medikamentenexporten nach Afrika auf die Schliche gekommen. Wie die Hamburger Polizei mitteilte, richten sich die Vorwürfe gegen vier Männer zwischen 44 bis 81 Jahren. Bereits am Mittwoch gab es Razzien in mehreren Bundesländern sowie in den Niederlanden und auf der spanischen Kanareninsel Gran Canaria. Die Ermittlungen haben die Kripo unter anderem auch nach Sylt geführt, wo die Wohnung eines 74-Jährigen durchsucht wurde.

Medikamente angeblich für den afrikanischen Markt erworben

Die Verdächtigen sollen demnach ausgenutzt haben, dass Verträge zur Lieferung von Arzneimitteln in verschiedene Länder wegen der jeweiligen Markt- und Wirtschaftsbedingungen zu unterschiedlichen Konditionen abgeschlossen werden. Für 22 Millionen Euro sollen die insgesamt vier Verdächtigen laut Polizei Medikamente bei Pharma-Unternehmen in Süddeutschland erworben haben. Sie erhielten die Medikamente zum vergünstigten Preis für den afrikanischen Markt, da sie angegeben hatten, die Ware zu exportieren.

Sieben Millionen Euro Gewinn ergaunert

Tatsächlich konnten sie auch Lieferscheine vorweisen: Zur Tarnung sollen die Verdächtigen als Medikamente deklarierte andere Waren nach Gambia verschifft haben. Währenddessen haben sie die echten Arzneimittel über eine Spedition in die Niederlande gebracht. Von dort wurden sie über Großhändler an deutsche Apotheken geliefert. Die Qualität der Medikamente war laut Behörden nicht zu beanstanden, es geht nur um den Betrug. Immerhin hat die Bande die Medikamente in Deutschland mit sieben Millionen Euro Gewinn verkauft.

Beweise beschlagnahmt, keine Festnahmen

Als Haupttäter vermutet die Kripo einen 81-Jährigen auf Gran Canaria. Neben dem 74-Jährigen auf Sylt wird auch gegen einen Mann und eine Frau aus Hamburg ermittelt. Durchsucht wurden auch Pharmafirmen und Speditionen in Bayern, Baden-Württemberg und den Niederlanden. Dabei gab es keine Festnahmen, die Razzien dienten der Beschlagnahme von Beweisen. In die komplexen Ermittlungen waren nach Angaben der Polizei auch Fachleute verschiedener Abteilungen des Hamburger Landeskriminalamts sowie das Bundeskriminalamt eingebunden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.02.2019 | 16:00 Uhr

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