Eine Mund-Nasen-Maske hängt an einem Tishc im Klassenzimmer. © picture alliance/imageBROKER Foto: Michael Weber

Norderstedterin belegt dritten Platz beim Lehrerpreis

Stand: 04.05.2021 20:03 Uhr

Astrid Weißer von der Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark in Norderstedt (Kreis Segeberg) hat beim "Deutschen Lehrerpreis" den dritten Platz in der Kategorie "Unterricht innovativ" belegt.

Die Lehrerin hatte während der Corona-Pandemie ein Unterrichts-Projekt für die Jahrgangsstufen acht und neun erarbeitet. "Ich habe verschiedene Fächer zusammengepackt und daraus ein buntes Paket an Aufgaben für die Schüler erarbeitet. Das hat den Schülern Spaß gemacht. Und sie haben ganz viel gelernt, ohne, dass es wirklich aufgefallen ist", sagte Astrid Weißer NDR Schleswig-Holstein. Die Schüler lasen das Buch "Der Wal und das Ende der Welt" von John Ironmonger und bearbeiteten dazu digital verschiedene Aufgaben. Sie schrieben beispielsweise Rezensionen oder lösten ein Quiz. Dabei wurden die Fächer Deutsch, Wirtschaft/Politik, Geschichte und Geographie einbezogen.

Parallelen zur Corona-Pandemie

Die Geschichte weist laut der Webseite "Deutscher Lehrerpreis" viele Parallelen mit der Corona-Pandemie auf. In der Geschichte geht es um eine Grippewelle, die die Menschen heimsucht, außerdem herrscht Ölknappheit. Das Buch habe eine "positive Aussagekraft", die Schüler könnten daraus "Kraft schöpfen, um die erlebte Krise zu verarbeiten". Zudem könnten sich die Schüler des Projektes mit dem Buch auf unterschiedlichen Kommunikationswegen auseinandersetzen. So gibt es beispielsweise ein Hörbuch, im Internet konnten sie Informationen zu dem Buch suchen, am Telefon tauschten sich Schüler und Lehrer über das Projekt aus und auch eigene Dreharbeiten waren Teil des Projektes.

Selbstorganisiertes Lernen wird unterstützt

"Dieses Projekt trägt zum Erwerb von Kompetenzen bei, die für eine verantwortliche soziale Teilhabe in einer digitalen Welt und einen erfolgreichen Berufs- und Bildungsweg erforderlich sind", heißt es auf der Webseite "Deutscher Lehrerpreis". Mediale Lernangebote unterstützten das selbstorganisierte, kooperative und räumlich-zeitlich flexible Lernen.

"Alltag ist Herausforderung"

Astrid Weißer von der Gemeinschaftsschule Ossenmoorpark in Norderstedt schaut in die Kamera. © NDR Foto: Helge Albrecht
Astrid Weißer hatte während der Corona-Pandemie ein Unterrichts-Projekt für die Jahrgangsstufen acht und neun erarbeitet.

Bei NDR Schleswig-Holstein betonte Weißer, dass der Alltag in der Schule gerade von der Pandemie geprägt sei. "Im Moment geht es darum, den Alltag zu stemmen. Das ist für uns alle eine große Herausforderung, weil es ja wirklich jede Woche andere Bestimmungen gibt", sagte sie. Sobald ein bisschen Ruhe eintritt, möchte Weißer ihr Projekt überarbeiten und erweitern, kündigte sie an. "Ich hätte da gerne noch Naturwissenschaften oder Fremdsprachen drinnen", sagte sie. Sie betonte, dass ihr, trotz der Corona-Einschränkungen im Moment, ihr Beruf große Freude mache. "Ich glaube, insgesamt habe ich den besten Job, den ich mir überhaupt vorstellen kann."

Projekte aus ganz Deutschland

Beim Deutschen Lehrerpreis wurden über 6.400 Projekte von Schülern, Lehrkräften und Kollegien aus ganz Deutschland eingereicht. Davon wurden zehn Lehrer, fünf Lehrkräfte-Teams und vier Schulleitungen aus insgesamt neun Bundesländern für ihr herausragendes pädagogisches Engagement, beziehungsweise ihre innovativen Unterrichtsprojekte ausgezeichnet. Der "Deutsche Lehrerpreis" geht auf eine Initiative des Deutschen Philologenverbands und der Vodafone Stiftung Deutschland aus dem Jahr 2008 zurück. Seit 2020 tragen die Heraeus Bildungsstiftung und der Philologenverband den Wettbewerb und führen ihn durch.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.05.2021 | 19:30 Uhr

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