Stand: 25.02.2017 18:06 Uhr

Nord-Grüne wollen es anders machen als im Bund

Die schleswig-holsteinischen Grünen gehen weiter auf Distanz zu den Bundes-Grünen. Das hat Monika Heinold auf dem Landesparteitag in Kiel am Sonnabend noch einmal deutlich gemacht. Mit Blick auf die schlechten Umfragewerte im Bund sagte die Spitzenkandidatin zur Landtagswahl 2017 in ihrer Rede: Man wolle Drive und Energie aus Schleswig-Holstein nach Berlin tragen. "Einen schlechten Trend kann man nur drehen, indem man eigenständig, glaubwürdig und selbstbewusst seinen Kurs vertritt", meinte Heinold weiter. Wenn die SPD gute Vorschläge mache wie den, das Arbeitslosengeld länger zu zahlen, sagten die Nord-Grünen das, auch wenn die Bundesspitze anderes sage, betonte Heinold.

Göring-Eckardt hofft auf Rückenwind aus dem Norden

Die Spitzenkandidatin der Grünen zur Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, war überraschend zum Parteitag nach Kiel gereist. Sie findet es in Ordnung, dass die Landespartei einen eigenen Kurs fährt. Sie erhoffe sich Rückenwind von den Nord-Grünen, sagte Göring-Eckardt. Heinold setzte sich auch von der Wirtschaftspolitik des Kieler Koalitionspartners SPD ab. Die Wirtschaftspolitik im Norden müsse nachhaltiger werden. Im Konflikt um Öl-Erkundungsbohrungen im Wattenmeer hätten die Grünen eine rote Linie gezogen, sodass Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) habe zurückrudern müssen, meinte Heinold. Erneut distanzierte sie sich von den Prioritäten der SPD in der Kita-Politik: "Anders als bei der SPD hat für uns Qualität Vorrang vor Beitragsfreiheit". Und für die Grünen habe Schulbau Priorität vor Straßenbau. "Lieber Schlaglöcher als Wissenslücken."

Kampf um Listenplätze - Amtsberg auf Platz eins

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Luise Amtsberg (M.) steht auf Listenplatz Platz eins für den Bundestag. Konstantin von Notz (r.) landete auf Rang zwei, Ingrid Nestle holte den Listenplatz drei.

Im Mittelpunkt der eintägigen Sitzung stand die Aufstellung der Kandidaten für die Bundestagswahl im September. Auf den ersten Platz der Landesliste wurde Luise Amtsberg gewählt. Sie sitzt zurzeit für die schleswig-holsteinischen Grünen im Bundestag - genauso wie Konstantin von Notz. Er holte ohne Gegenkandidaten Platz zwei. Rang drei schaffte Energiestaatssekretärin Ingrid Nestle. Sie setzte sich gegen Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms, die zuvor bereits gegen Amstberg unterlegen war. Derzeit haben die Nord-Grünen drei Mandate in Berlin.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 25.02.2017 | 18:00 Uhr

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