Stand: 05.03.2019 18:20 Uhr

Munition: Grote will bergen, Bund tritt auf Bremse

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Auf dem Meeresboden der Ostsee liegen Hunderttausende Tonnen Munition aus den Weltkriegen.

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) will mit einer Bundesratsinitiative eine Bergung der Munition in der Ostsee anschieben. Als Vorsitzender der Innenministerkonferenz will er die Weltkriegsmunition zu einem Thema auf der Innenministerkonferenz Mitte Juni in Kiel machen. Rund 300.000 Tonnen Weltkriegsmunition mit TNT und Phosphor liegen nach Schätzungen allein auf dem Boden der Ostsee. "Wir haben nach Ansicht von Experten nur noch 20 Jahre Zeit, diese tickenden, rostenden Zeitbomben aus dem Meer zu holen und zu entschärfen", sagt Grote. Was dies kosten würde, ist ungewiss.

Bund sieht keine großflächige Gefährdung

Die Bundesregierung sieht keine großflächige Gefährdung durch Munition in der Ostsee. Sie hält das Problem für lokal begrenzt und plant vorerst keine großangelegte Beseitigung versenkter Weltkriegs-Munition aus der Ostsee. Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der FDP im Bundestag hervor. Bei Bergungen und Sprengungen vor Ort bestünde auch die Gefahr, dass enthaltene Kampfmittel freigesetzt werden, heißt es.

Studie: Schädliche Substanzen strömen ins Meer

Offenbar wird versenkte Weltkriegsmunition mit den Jahren jedoch immer gefährlicher, wie die im Februar veröffentlichte Daimon-Studie zeigt. Feldversuche in der Kieler Bucht hätten das gezeigt, sagte Toxikologe Edmund Maser. Sobald die Metallhüllen von Bomben oder Granaten weggerostet seien, strömten mehr schädliche Substanzen ins Gewässer. Diese würden nachweislich von den Meeresbewohnern aufgenommen und landeten somit auch auf dem Teller der Verbraucher, so Maser.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.03.2019 | 14:00 Uhr

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