Stand: 06.11.2018 11:54 Uhr

Marschbahn: Bund will Ausbau der Sylt-Strecke

Bild vergrößern
Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stellte die hochgestuften Bahnprojekte vor.

Auf der sogenannten Marschbahn zwischen Hamburg und Westerland gibt es Nadelöhre in Nordfriesland: Zwischen Niebüll und Klanxbüll besteht die Bahnstrecke nur aus einem Gleis - genauso zwischen Morsum und Tinnum auf Sylt. Das soll sich jetzt ändern: Der Bund will die Bahnstrecke nach Sylt zweigleisig ausbauen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stufte den Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie mit einer gesicherten Finanzierung hoch - den sogenannten "vordringlichen Bedarf". Dies geht aus einer am Dienstag in Berlin vorgestellten Liste hervor. "Wir wollen die Marschbahn zweigleisig ausbauen und damit die Verbindung nach Sylt schneller und zuverlässiger machen", sagte Scheuer. Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau auf der Nordseeinsel selbst zwischen Morsum und Tinnum - inklusive der Autoverladung. Im vordringlichen Bedarf sind 221 Millionen Euro vorgesehen.

Strecke Brunsbüttel-Itzehoe wird elektrifiziert

Für die Hochstufung der Strecke zwischen Niebüll und Klanxbüll im Bundesverkehrswegeplan hatten in der Vergangenheit Pendler, Wirtschaftsvertreter und viele Politiker aus dem Land gekämpft - unter anderem mit einer kreativen Kampagne. Projekte, die im Verkehrswegeplan in der Top-Kategorie landen, müssen gewisse Wirtschaftlichkeitskriterien erfüllen. Diese erreicht der Ausbau der Marschbahn offenbar nur in Kombination mit dem Ausbau der Strecke Morsum-Tinnum.

Kommentar

Kommentar: Noch langer Weg zum zweiten Gleis

Die Marschbahn soll nun doch ausgebaut werden. An diesem Erfolg haben die Pendler den größten Anteil - doch zum zweiten Gleis ist es noch ein langer Weg, meint Nadina von Studnitz. mehr

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von einem Erfolg der Landesregierung und der Pendlerinitiative. Die ebenfalls geplante Elektrifizierung der Strecke von Itzehoe über Wilster in einen neuen Übergabebahnhof außerhalb des Werksgeländes des Hafens Brunsbüttel sei "ein gutes Signal für die Westküste", sagte er. Gerade für die Entwicklung des Industriegebiets sei die Entscheidung wichtig.

Freude bei Pendlern und Sylter Unternehmern

Die Pendlerinitiative und die Sylter Unternehmer freuten sich über die Entscheidung der Bundesregierung. "Es ist geschafft, endlich kommt, was schon jahrelang gefordert wurde", sagte der Sprecher der Pendlerinitiative, Achim Bonnichsen. Der Vorsitzende des Vereins Sylter Unternehmer, Karl Max Hellner, sagte, "wir sind natürlich begeistert, dass unsere jahrelangen Bemühungen endlich Früchte getragen haben". Auf der Insel selbst müssten nun die "Schularbeiten" gemacht werden. So müsse etwa diskutiert werden, die Autoverladung aus Westerland heraus zu verlagern.

270 Milliarden Euro fließen in die Infrastruktur

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie "potenzieller Bedarf". Nun steigen viele Vorhaben in den sogenannten vordringlichen Bedarf auf, weil eine "positive gesamtwirtschaftliche Bewertung" vorliege. Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte.

Karte: Diese Marschbahn-Abschnitte sollen zweigleisig werden
Weitere Informationen

Ausbau der Sylt-Bahn im "Deutschland -Takt" vorgesehen

Überfüllte Züge, Verspätungen, Ausfälle - seit Jahren kämpfen Pendler und Politiker aus Schleswig-Holstein für den zweigleisigen Ausbau der Sylt-Strecke. Interessant: Im "Deutschland-Takt" gibt es den Plan bereits. (10.10.2018) mehr

Sylter Katapult-Kampagne schlägt voll ein

Menschen, die per Katapult in die Luft geschleudert werden. Immer mehr Tourismusagenturen stellen derartige Videos ins Netz und unterstützen damit ihre Sylter Kollegen. Der Hintergrund ist ernst. (03.08.2018) mehr

Marschbahn: Scheuer kennt das Problem - und jetzt?

Bundesverkehrsminister Scheuer will die Probleme mit der Marschbahn offensiv anpacken. Das kündigte er bei seinem Besuch in Flensburg an. Außerdem will er für bessere Luft in den Städten sorgen. (23.08.2018) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.11.2018 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

01:33
Schleswig-Holstein Magazin

Hinterlandanbindung: Streit um Bad Schwartau

25.03.2019 19:30 Uhr
Schleswig-Holstein Magazin
00:46
Schleswig-Holstein 18:00

Tesa: Besser bleiben als die Wettbewerber"

25.03.2019 18:56 Uhr
Schleswig-Holstein 18:00
05:19
Schleswig-Holstein 18:00

SPD-Landesvorsitzender Ralf Stegner geht

25.03.2019 18:00 Uhr
Schleswig-Holstein 18:00