Blick auf ein Schild am Fähranleger. © NDR Foto: Sven Jachmann

Marode Fähranleger am NOK: Nun stehen die ersten Verbotsschilder

Stand: 02.02.2021 10:39 Uhr

Wer in Hochdonn oder Burg mit einem voll beladenen Lastwagen oder Trecker mit der Fähre über den Nord-Ostsee-Kanal möchte, der muss ab jetzt einen großen Umweg fahren. Bis die Schilder standen, hat es Wochen gedauert.

von Laura Albus

Einige Fähranleger zwischen Brunsbüttel und Breiholz sind derart marode, dass das Wasserstraßen-und Schifffahrtsamt (WSA) eine Gewichtsbeschränkung angeordnet hat - vor drei Monaten bereits. Doch die dazugehörige Beschilderung folgte erst jetzt und macht klar: Ab jetzt dürfen hier nur Fahrzeuge rüber, die weniger als 30 Tonnen wiegen. Warum es mit den Schildern gedauert hat, das hat laut Thomas Fischer vom WSA seine Gründe: "Jedermann darf nicht irgendwo auf den öffentlichen Straßen Schilder aufstellen. Da sind die Kreise für zuständig." Offizielle Verkehrsschilder darf das WSA also nicht einfach aufstellen. Selbst gemachte aber schon. Die waren eigentlich im Januar fertig - waren aber falsch bedruckt. Was genau fehlerhaft war, wollte das WSA nicht sagen.

Trecker und Lkw müssen bis zur A23 oder B5 ausweichen

Die Gewichtsbeschränkung soll helfen, dass die maroden und teilweise stark verrosteten Spundwände der Anleger überhaupt noch tragfähig bleiben können. So soll der Fährverkehr zumindest für Autos und Fußgänger erhalten bleiben, bis die Anleger in einigen Jahren komplett ersetzt werden sollen. Die Gewichtsbeschränkung hat aber Folgen, vor allem für die Fahrer von Treckern und Lastwagen: Sie müssen sich seit Dienstag auf deutlich längere Fahrwege einstellen. Bisher konnten sie die kurze Überfahrt per Fähre nutzen, die dazu noch kostenfrei ist. Das war beim Bau des Nord-Ostsee-Kanals vor 125 Jahren so festgelegt worden. Doch nun müssen sie entweder bis zur A23 oder zur B5 fahren, um auf die andere Seite des Kanals zu gelangen.

Erste Schilder stehen seit Dienstag

Im November hatte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt festgestellt, dass es ohne Gewichtsbeschränkung nicht geht. Nun haben die Mitarbeiter die ersten Schilder aufgestellt. Am Fähranleger Hochdonn beispielsweise weist nun ein Aufkleber auf einem bereits existierenden Hinweisschild auf das nun gültige maximale Gesamtgewicht von 30 Tonnen hin. Auch an der Zubringerstraße infomiert ein Schild nun darüber, so dass laut Thomas Fischer vom WSA Lastwagenfahrer noch die Möglichkeit haben, vor dem Fähranleger abzubiegen und sich schwierige Wendemanöver zu ersparen.

Keine zusätzliche Beschilderung in Burg

In Burg ist nach Aussage von Fischer keine zusätzliche Beschilderung nötig, weil dort bereits Schilder vom Straßenverkehrsamt auf eine Belastung von höchstens 7,5 Tonnen hinweisen. "Ein 30-Tonnen-Schild würde da nur für Verwirrung sorgen", kommentiert Fischer. In Brunsbüttel, Ostermoor und Kudensee soll ab Mittwoch die Gewichtsbeschränkung gelten. Dort sollen die Hinweisschilder im Laufe des Tages aufgestellt werden.

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Schleswig-Holstein Magazin | 02.02.2021 | 19:30 Uhr

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