Ein Navigationsgerat in einem Auto © NDR Foto: Andreas Schulz-Caspári

Lübecker Start-up: Navi soll Zustand der Straßen erkennen

Stand: 19.10.2020 18:00 Uhr

80 Prozent der Straßen weltweit sind nicht asphaltiert. Ein Lübecker Start-up entwickelt eine Navigationshilfe, die berechnen soll, wie viel Zeit Autofahrende für die Fahrt auf einer ungepflasterten Straße benötigen.

Sein Auto war an einem steilen Hang während eines Ausflugs im Thüringer Wald hängen geblieben. Das Navigationssystem von Moritz von Grotthuss hatte abseits der befestigten Straßen versagt. So kam der Lübecker auf eine Idee. Der 50-Jährige gründete gemeinsam mit seinem Freund Sascha Klement ein Start-up: die Firma Bareways. Ihre neueste Entwicklung soll nun dabei helfen, ungeeignete Straßen zu erkennen. Aktuelle Navigationshilfen oder Apps können in der Regel nicht berechnen, wie lang ein Auto für eine sogenannte "Bad Road", zu deutsch schlechte Straße, benötigt - und ob es sie überhaupt überqueren kann. Dazu fehlen ihnen wichtige Daten. In Lübeck gingen sie daher neue Wege.

Ein landwirtschaftlicher Waldweg. © NDR Foto: Carolin Henkenberens

AUDIO: Weltweites Navigationssystem für Wege abseits der Straße (3 Min)

Topografie und Sensorik für genauere Daten

Um genauere Angaben machen zu können, greifen die Entwickler auf topografische Karten zurück. Außerdem nutzen sie Straßensensorik, Satellitenbilder sowie Wetter- und Feuchtigkeitsmessungen. Auch Daten staatlicher Behörden helfen, Straßen zu ermitteln, die nicht so gut ausgebaut sind. Auf diese Weise kann die Lübecker App nicht nur in Deutschland Empfehlungen geben, sondern weltweit. Dabei werden auch die Vegetationszonen der Straßen beachtet.

Das Ziel: System in jedem Auto

"Uns geht es nicht nur um Geschwindigkeit, sondern auch darum, sicher anzukommen, Fahrer und Fahrzeug nicht zu beschädigen und eventuell auch das, was ich transportiere, heil ans Ziel zu bringen", sagt Sascha Klement. Ziel der Gründer sei es, das System langfristig fest verbaut in jedes neue Auto zu bekommen. Das sorge für mehr Sicherheit und Freiheit auf Autofahrten - auch fernab der üblichen Wege. Aktuell testen die Entwickler Prototypen des Systems, die der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen.

Das Unternehmen hinter der Technik

Gründer Moritz von Grotthuss und Sascha Klement sind keine Anfänger. Gemeinsam haben sie das Start-up-Unternehmen "Bareways GmbH" vergangenes Jahr gegründet und sind Sieger des Existenzgründerpreises in Lübeck. Die beiden hatten sich bereits 2019 den zweiten Platz beim "StartUpCamp" erkämpft. Die Firma entwickelt Produkte für den Bereich der nicht-urbanen Mobilität, unter anderem Fahrerassistenzsysteme.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Von Binnenland und Waterkant | 19.10.2020 | 20:40 Uhr

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