Stand: 06.07.2018 12:37 Uhr

Lange Haftstrafen für Mörder von Mert Can A.

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Die Mörder von Mert Can A. müssen für neun und sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Im Fall des getöteten Mert Can A. hat das Flensburger Landgericht am Freitag zwei junge Männer wegen gemeinschaftlichen Mordes verurteilt: Der 20-jährige Haupttäter, der nach Überzeugung des Landgerichts die tödlichen Stiche gesetzt hatte, muss für neun Jahre ins Gefängnis, sein gleichaltriger Komplize für sechseinhalb Jahre. Der Fall hat in Flensburg in den vergangenen 14 Monaten für großes Aufsehen gesorgt. Der 20-jährige Mert Can A. wurde Ostern 2017 nachts aus dem Bett geklingelt und vor seiner Haustür mit einem Butterflymesser getötet. Dem Urteil ist ein umfangreicher Prozess vorausgegangen, bei dem mehr als 40 Zeugen angehört worden waren. Die Staatsanwaltschaft forderte zehn beziehungsweise fünf Jahre Haft nach Jugendstrafrecht. Die Höchststrafe im Jugendstrafrecht für Heranwachsende beträgt 15 Jahre. Die Verteidiger des Angeklagten plädierten auf Freispruch, weil sie der Ansicht waren, eine Täterschaft sei nicht mit letzter Sicherheit nachweisbar.

Offenbar Streitigkeiten im Vorfeld

Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, Mert Can A. gemeinschaftlich und aus niederen Beweggründen getötet zu haben. Der Auseinandersetzung sollen mehrere Streitigkeiten vorausgegangen sein - auch in den Stunden vor der Tat, für die es aber keine unmittelbaren Zeugen gab. Die Freundin von Mert Can A. hatte ihn kurz nach der Tat im Flur des Hauses gefunden. Die Auseinandersetzungen, die die drei Männer mit doppelten Staatsbürgerschaften in den Wochen und auch in der Tatnacht hatten, stünden in keinem Verhältnis zur Tat, sagte die Vorsitzende Richterin.

Große Solidarität mit Mert Can A. in Flensburg

Zum Prozessauftakt im September vergangenen Jahres waren mehr als 100 Freunde und Verwandte beim Flensburger Landgericht erschienen. Gleich nach dem Tod hatten sich viele mit dem jungen Mann solidarisiert, eine Facebook-Gruppe gegründet und große Plakate entworfen. Zur Beerdigung kamen etwa 400 Menschen.

Schüler fälschlicherweise zum Mittäter gemacht

Nach einem Fehler in der Berichterstattung einer Zeitung war nach der Tat zunächst ein Flensburger Schüler zum mutmaßlichen Mittäter in dem Fall erklärt worden. Die Zeitung korrigierte sich in einer späteren Ausgabe und entschuldigte sich bei dem Schüler, der nach eigenen Angaben untertauchen musste.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.07.2018 | 12:00 Uhr

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