Stand: 20.09.2019 18:41 Uhr

Klimastreik: Zehntausende in SH auf den Straßen

"Badehosen an, das Wasser kommt", "Warning, Warming" oder "Die Zeit läuft" - mit Slogans wie diesen auf selbst gestalteten Plakaten sind am Freitag Zehntausende Menschen in ganz Schleswig-Holstein auf den Straßen gewesen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. In Kiel, Lübeck, Flensburg, Eckernförde, Bargteheide und in vielen weiteren Städten gab es Aktionen. Zu 16 Orten gab die Polizei am späten Freitagnachmittag Zahlen heraus. Insgesamt waren demnach mehr als 35.000 Demonstranten in Schleswig-Holstein unterwegs. Die Demonstrationen verliefen laut Polizei friedlich. Eine Forderung von ihnen war, dass Deutschland schnellstmöglich aus der Kohle-Energie aussteigt.

Klimademonstrationen in Schleswig-Holstein

Forderung nach radikalen Politikwechsel

Den größten Protestzug gab es in Kiel. Nach Angaben der Polizei nahmen daran bis zu 15.000 Menschen teil. Darunter waren sowohl Schüler als auch Erwachsene. Die Kundgebung begann symbolträchtig fünf Minuten vor 12 Uhr auf dem überfüllten Rathausplatz. Die Sängerin Marianne Neumann von der Berliner Band Berge sang einen Klima-Protestsong. Eine Vertreterin der Bürgerinitiative Klimanotstand Kiel forderte einen radikalen Politikwechsel. Die Teilnehmer zogen auch über den Theodor-Heuss-Ring, der wegen hoher Schadstoffwerte als Symbol für Umweltbelastungen gilt - und blockierten ihn. Der Schützenwall musste zeitweise voll gesperrt werden. Der Verkehr staute sich zeitweise in der Kieler Innenstadt. Auf dem Exerzierplatz fand die Abschluss-Kundgebung ab.

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Demos auch auf Helgoland

Auch in Flensburg war jede Menge los: Etwa 3.000 Menschen machten laut Polizei mit - auch bei Sitzblockaden. "Wow, Flensburg!", twitterte der Grünen-Europaabgeordnete Rasmus-Andresen daraufhin. In Rendsburg beteiligten sich laut Polizei rund 1.500 Leute - eigentlich hatten die Veranstalter von "Fridays for Future" nur mit 300 gerechnet. In Eckernförde waren es nach Angaben eines Polizeisprechers ebenfalls etwa 1.500. In Neumünster waren etwa 1.000 Demonstranten dabei und in Rendsburg etwa 500. In Bargteheide (Kreis Stormarn) startete ebenfalls ein Zug mit vielen Hundert Demonstranten. Auf Helgoland machten Schüler als Eisbären und Pinguine verkleidet auf den Klimawandel aufmerksam. Auf der Hallig Hooge hatten Umweltschützer zu einem Clean-up aufgerufen.

Klimagegner*innen im Wasser

Schleswig-Holstein im Zeichen des Klimastreiks

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Weltweit wurde im Rahmen der "Fridays for Future"-Bewegung für den Klimaschutz demonstriert, auch in Schleswig-Holstein. Dazu passend einigte sich die GroKo in Berlin auf ein Klimapaket.

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Demo in Lübeck an der MuK

In Lübeck folgten ebenfalls viele Menschen dem Aufruf: Laut Polizei waren es etwa 6.000 Auf den Transparenten war unter anderem zu lesen: "Fahrt mehr Fahrrad" oder "Rettet die Umwelt vor der Profitwirtschaft." Die Demo startete bei der Musik- und Kongresshalle (MuK), führte unter anderem über die Willy-Brandt-Allee, die Possehlstraße, die Königstraße und zurück zur MuK.

Sitzblockaden in Flensburg

Auch in kleineren Gemeinden und Städten kamen die Einwohner zusammen, um die Klimawende zu unterstützen. In Eutin (Kreis Ostholstein) waren 400 Menschen dabei, in Wyk auf Föhr 500, auf Sylt 1.000 und in Enge-Sande (Kreis Nordfriesland) demonstrierten etwa 75 Menschen. Und auch bei der Nordkirchensynode in Lübeck-Travemünde war das Klima am Freitag Thema. Mit einer Klima-Andacht unterstützen die Synodenmitglieder die "Fridays for Future"- Bewegung. In Kiel und in Itzehoe sind zudem mehrtägige Klimacamps angekündigt.

Weitere Informationen
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Die Große Koalition hat sich auf Maßnahmen zum Klimaschutz geeinigt, während Hunderttausende Menschen dafür auf die Straße gingen. Tagesschau.de berichtet über den "Klimatag" im Liveblog. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.09.2019 | 22:00 Uhr

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