Stand: 16.09.2020 05:00 Uhr

Klimaschutz: Welchen Beitrag leisten Hecken?

Wie viel Kohlenstoffdioxid speichern Hecken? Könnten sie ein Baustein in der Klima-Frage werden? Daran forschen aktuell Mitarbeiter des Thünen-Instituts für Agrarklimaschutz in Braunschweig - und zwar auf einem Feld in der Nähe von Lebrade (Kreis Plön). Mit schwerem Gerät rücken die Wissenschaftler dort einem Knick auf den Leib, dieser für Schleswig-Holstein typischen Wallhecke an Feldern. Sie sägen Äste ab, graben Wurzeln aus. "Wir wollen hier die unterirdische Biomasse bestimmen, das heißt: die Wurzeln. Denn die speichern sehr viel Kohlenstoff und das ist klimarelevant. Und wir wollen bestimmen, wie viele Wurzeln das sind", erklärt Geo-Ökologe Axel Don.

Forscherin: "Potenzial, dass Hecken gepflanzt werden"

Der Knick bei Lebrade, an dem die Forscher arbeiten, fungiert seit Jahrhunderten als Schutz vor Bodenerosion, als Wasserspeicher, als Lebensraum für Insekten, Vögel, kleine Säugetiere - und eben auch als CO2-Speicher, der klimaschädliche Gase aus der Luft filtert. "Das bedeutet zum einen, dass bestehende Hecken geschützt werden müssen. Es bietet aber auch Potenzial, dass noch weitere Hecken gepflanzt werden können und so auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann", sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Sophie Drexler.

Neutralisiert eine 67-Meter-Hecke einen Menschen?

Welche Rolle Hecken genau spielen können, erforschen die Wissenschaftler nun. Sie schätzen, dass Hecken so viel CO2 speichern können, dass eine 67 Meter lange, neu angepflanzte Hecke den mittleren jährlichen Treibhausgasausstoß eines Menschen ausgleichen könnte.

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Knicklandschaft entstand 1770 durch neues Gesetz

Entstanden ist die schleswig-holsteinische Knicklandschaft - 46.000 Kilometer dieser Wallhecken durchziehen das Land - durch Menschenhand. Grund dafür war das sogenannte Verkoppelungsgesetz aus dem Jahr 1770. Das Land wurde in Parzellen aufgeteilt und einzelnen Bauern zugewiesen.

Knicks sind durch Landesnaturschutzgesetz geschützt

Die Landwirte waren verpflichtet, ihre Äcker mit Wallhecken von benachbarten Parzellen abzugrenzen. Die Knicks sollten das Land vor Winderosion, Wild und benachbarten Weidetieren schützen. Ihr Schutz ist im Landesnaturschutzgesetz garantiert.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 15.09.2020 | 19:30 Uhr

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