Itzehoer Firma entwickelt Brillen mit dem gewissen Etwas

Stand: 17.04.2021 09:00 Uhr

Technik-Giganten wie Google, Facebook oder Apple ist klar, dass sogenannte Smartglasses die Smartphones zum Ende des Jahrzehnts ablösen werden. An der Entwicklung der neuen Technik ist ein Unternehmen aus Itzehoe beteiligt.

Es sind ganz normale, modische Brillen, die in Zukunft mit der sogenannten Displaytechnik ausgestattet werden können. Einer der Entwickler bei der Firma OQmented in Itzehoe (Kreis Steinburg) ist Ulrich Hofmann. Er und sein Team arbeiten am kleinsten Projektor mit der höchsten Auflösung für die Smartglasses, damit irgendwann in der Zukunft auf den Brillengläsern Emails gelesen oder Fotos angeschaut werden können. "Die Brille soll nicht erahnen lassen, dass da ein kleiner Projektor mit drin ist. Die Projektorlösung muss extrem miniaturisiert werden. Sie soll unscheinbar in den Brillenbügel eingebaut werden", erklärt Hofmann.

Technik unterscheidet sich von Konkurrenz

Das Ganze soll dann so funktionieren: Ein klitzekleiner, beweglicher Spiegel lenkt die Bildinformationen mithilfe von Laserstrahlen auf die Brillengläser. So erscheint ein mehrdimensionales Bild vor dem Auge. Diese Technik sei es, die sie momentan von der Konkurrenz abhebt, sagt Hofmann: "Es gibt heute schon Techniken, die Augmented Reality in guter Qualität wiedergeben können. Aber meistens sind das richtig große Helme und nicht Brillen wie diese hier."

"Augmented Reality" bedeutet erweiterte Realität. Nach den Vorstellungen der Entwickler soll die perfekte Augmented Reality-Brille leicht sein und eine lange Akkulaufzeit haben. Das war das Ziel, als sich der Physiker Ulrich Hofmann und der Ingenieur Thomas von Wantoch 2018 mit ihrem StartUp selbstständig gemacht haben. Vorher waren beide 25 Jahre lang am Fraunhofer Institut tätig - dort kam ihnen auch die Idee.

Brille soll in zwei Jahren auf den Markt kommen

"Ich kann mir gut vorstellen, dass man beispielsweise beim Einkaufen die Liste einblendet", erklärt Hofmann. Eine weitere Idee der Entwickler: Beim Fahrradfahren wird der Verkehr und die Route eingeblendet. Momentan laufe das Geschäft gut, sagen sie. Die Firma arbeitet mit einigen internationalen Smartphone-Unternehmen zusammen. Wenn alles gut geht, kommt die erste Brille mit der Technik aus Itzehoe in zwei Jahren auf den Markt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Schleswig-Holstein Magazin | 16.04.2021 | 19:30 Uhr

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