Euroscheine und Stapel von Euromünzen auf einem weißen Untergrund. © COLOURBOX Foto: fantazista

Hohe Baukosten: Erste Bauherren machen Rückzieher

Stand: 24.04.2022 13:46 Uhr

Rasant steigende Baupreise durch hohe Materialkosten sorgen in Schleswig-Holstein für Turbulenzen beim Wohnungs- und Eigenheimbau. Das wirkt sich bei einigen auf den privaten Traum vom Eigenheim aus.

Erste private Bauherren sagen Projekte ab, beobachtet Ingwer Tams, Vorstandsmitglied der Bauinnung Schleswig, der einen Betrieb in Groß Rheide (Kreis Schleswig-Flensburg) leitet. "Als Beispiel haben wir gerade einen Fall für ein Doppelhaus, wo die das Grundstück schon gekauft haben und durch die steigenden Preise haben die dann den Bau jetzt abgesagt", berichtet er. Bei vielen Materialien werde von den Händlern derzeit vorab kein Preis mehr genannt. Wenn das Material da sei, müsse der Kunde den aktuellen Tagespreis zahlen, egal wo der liege.

Neue Projekte lassen sich so nicht solide kalkulieren. Nach einer Umfrage des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) wollen 34,6 Prozent der befragten soziale Wohnungsbaugesellschaften wegen der steigenen Baukosten für 2022 geplante Neubauprojekte verschieben. Nils Autzen, Obermeister der Bauinnung Schleswig, befürchtet im kommenden Jahr eine Auftragsdelle.

Für private Bauherren kommt zu den steigenden Baukosten eine zusätzliche Schwierigkeit hinzu: Das Zinstief ist vorbei. Laut einer Analyse des Lübecker Kreditvermittlers Dr. Klein war es im Dezember noch möglich, eine Finanzierung für zehn Jahre mit einem Zinssatz von 0,7 Prozent abzuschließen. Aktuell liegt dieser "Bestzins" fast dreimal so hoch - bei knapp zwei Prozent. Tendenz steigend.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.04.2022 | 10:00 Uhr

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