Hochwassergebiete: Soldaten und Feuerwehren aus SH helfen

Stand: 20.07.2021 18:26 Uhr

Immer mehr Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein machen sich auf den Weg in die Hochwassergebiete. Dienstagnachmittag startete ein großer Hilfskonvoi von Neumünster aus Richtung Rheinland-Pfalz, auch Soldaten aus Husum fuhren in die Richtung.

53 Soldaten haben sich Dienstagmittag auf den Weg nach Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz gemacht, wie ein Bundeswehr-Sprecher mitteilte. Der Konvoi aus mehreren Bundeswehrfahrzeugen hat unter anderem mobile Toiletten und eine mobile Wäscherei geladen. Außerdem sind Stromaggregate mit dabei. Übernachten werden die Soldaten aus Schleswig-Holstein voraussichtlich in Zelten. Wie lange ihr Einsatz dauert, ist unklar. Auch zwölf Soldaten des Bataillon Elektronische Kampfführung aus Stadum (Kreis Nordfriesland) sind nach Bad Neuenahr-Ahrweiler gefahren. Sie sollen laut Bundeswehr mit einem Kran, Stromerzeuger-Aggregaten und robusten Lastwagen bei den Aufräumarbeiten unterstützen. 20 weitere Soldaten sollen den Angaben zufolge in einem Saarbrücker Impfzentrum eingesetzt werden.

Spezielle Rüstwagen mit Pumpen und Werkzeug

Auch mehrere Feuerwehren aus Schleswig-Holstein werden helfen. Dazu bringen sie beispielsweise spezielle Rüstwagen mit - ausgestattet mit Pumpen, Werkzeugen, Hydraulik-Stützhölzern und Kranwinden. Aus dem Kreis Segeberg wurde Dienstagnachmittag ein spezielles Hygiene-Fahrzeug in den Südwesten gefahren. Damit ist zum Beispiel mobiles Duschen möglich. Auch der Kreis Pinneberg hat mehrere Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr-Kreisbereitschaft in die Region geschickt.

Ein bereits angekommener Einsatzzug der Landespolizei hat in Antweiler schon mit der Arbeit begonnen. Der Einsatzzug besteht laut Innenministerium aus 72 Frauen und Männern, darunter mehrere Taucher.

Großer Hilfskonvoi wurde vom Ministerpräsidenten verabschiedet

Dienstagnachmittag sind rund 600 meist ehrenamtliche Helfer nach Rheinland-Pfalz aufgebrochen. Sie sind mit rund 200 Fahrzeugen von Neumünster aus ins Überschwemmungsgebiet gefahren. Ministerpräsident Daniel Günther und Neumünsters Oberbürgermeister Olaf Tauras (beide CDU) verabschiedeten den Hilfskonvoi. Bereits Mittwochfrüh um sieben Uhr beginnt der Einsatz vor Ort in Rheinland-Pfalz für die Helfer von Johannitern, DRK, ASB, Maltesern und der DLRG. Ebenso dabei sind Helfer des THW sowie der freiwilligen und der Berufsfeuerwehren, um die dortigen Einsatzkräfte zu unterstützen. Der Einsatz der rund 600 Katastrophenschutzkräfte soll bis zu 72 Stunden dauern. Die Einheiten haben aber die Möglichkeit, bei Bedarf bis zu fünf Tage zu bleiben.

DLRG weniger an Stränden im Norden vertreten

Die Hochwassersituation hat auch Folgen für die Strände an der Kieler Förde. Viele freiwillige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), die als Rettungsschwimmer im Einsatz sind, fehlen laut DRK an der Förde, weil sie im Süden und Westen den Opfern der Fluten helfen. Dadurch fehlen die Retter insbesondere an den Stränden in Schilksee und Falckenstein. "Das heißt aber nicht, dass die Strände unbewacht sind - sondern eingeschränkt bewacht. Und das kann man dadurch erkennen, dass die rot-gelben Flaggen an den Wachstationen hängen", erklärt Frederick Möß, Landesleiter der DRK-Wasserwacht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.07.2021 | 12:00 Uhr

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