Stand: 05.12.2019 08:12 Uhr

Hilfe für Sehbehinderte: Straßenschilder zum Anfassen

Volker König ist Ingenieur für physikalische Technik. Sein Ziel war es einmal, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Aber mit seiner Erblindung war dieser Traum vorbei: "Ich bin seit meinem vierten Lebensjahr der Diabetiker-Typ 1 - und dadurch bin ich 1968 erblindet", erzählt König. Pionier-Arbeit leistet er trotzdem - und erfindet immer wieder nützliche Dinge. Seine neueste Idee: Miniaturstraßenschilder für Sehbehinderte.

König: "Meine Frau sind meine Augen"

König braucht dafür mal seinen Sprachcomputer, mal das Telefon, aber immer seine Frau, die ihm auch die Zeitung vorliest. "Meine Frau ist meine Augen, wir sind ein Team durch und durch", erzählt König, der eine Sonnenbrille trägt. Die beiden haben sich während seiner Umschulung zur blindentechnischen Grundausbildung kennen gelernt. Schon damals hat Marie-Luise ihm vorgelesen. Heute sind sie 48 Jahre verheiratet. Gesehen hat er seine Frau noch nie.

Über 370 Miniaturstraßenschilder in Wedel

Über 50 Erfindungen haben die beiden in die Welt und vor allem nach Wedel gebracht. Sie prüfen zum Beispiel Einkaufszentren auf behindertengerechte Bauweise. Mit Königs kleinen Straßenschildern wird die Stadt Wedel nun als erste Kommune in ganz Deutschland ausgestattet, 371 mal. Die ersten Schilder hängen bereits. Anhand von Bauklötzen seiner Kinder, sagt König, habe er seine Idee den Sehenden erklärt. Am Mast eines Straßennamensschildes ist nun auf einer Höhe von 1,40 Meter in weißer, abgehobener Schrift auf blauem Grund der Straßenname zu lesen - und zu ertasten. König findet: "Der Mensch guckt nicht in gerader Richtung, sondern er guckt im Grunde immer leicht nach unten." Und so ist die Höhe der Schilder auch geeignet für Rollstuhlfahrer und Kinder.

König: "Ein Behinderter ist kein anderer Mensch"

Eine andere Idee von König wurde am Hafen verwirklicht. Dort gibt es endlich ein Geländer und einen abgesenkten Regenabfluss aus Metall. So traut sich König auch wieder, dort alleine spazieren zu gehen. "Ein Behinderter ist kein anderer Mensch und das ist eigentlich das Wichtigste, dass man Leute gleichermaßen behandelt, das ist das eine. Und zum anderen, dass man die Umwelt auch so gestaltet und schafft, dass jeder sie nutzen kann".

Es gibt wohl auch schon eine neue Erfindung des Wedeler Tüftlers, die das Leben von Menschen mit Behinderungen erleichtern soll - die ist allerdings noch nicht spruchreif.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 04.12.2019 | 19:30 Uhr

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