Grüne in SH beschließen Klimaneutralität bis 2035

Stand: 02.05.2021 17:19 Uhr

Auf dem Landesparteitag der schleswig-holsteinischen Grünen in Büdelsdorf ging es am Sonntag um Klimaschutz. Sie wollen bis 2035 eine vollständig auf Ökostrom beruhende Stromerzeugung erreichen.

Konsequenter Klimaschutz sei keine Bedrohung für Arbeitsplätze, sondern er sei die Voraussetzung, sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht auf dem Landesparteitag in Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) am Sonntag. Die Delegierten nahmen den entsprechenden Antrag zum Thema Klimaneutralität bis 2035 mit großer Mehrheit an. Außerdem sprach sich der Parteitag unter anderem für mehr Elektrolyse-Kapazitäten zur Wasserstofferzeugung und für einen massiven Ausbau des Nahverkehrs sowie der Rad- und Fußwege aus.

Jan Philipp Albrecht gilt als möglicher Spitzenkandidat für die Landtagswahl. Ein personeller Vorschlag dafür ist nach Angaben der Landesvorsitzenden Ann-Kathrin Tranziska nach der Sommerpause geplant. Klar sei, dass die Parteispitze nicht "jemanden aus einem anderen Bundesland aus dem Hut ziehen" werde.

Antrag für sozialere Arbeitswelt beschlossen

Bereits am Sonnabend befassten sich Schleswig-Holsteins Grüne mit mehreren Themen: In ihrem von einer großen Mehrheit abgesegneten Antrag für eine sozialere Arbeitswelt fordern sie unter anderem gerechtere Löhne und mehr Mitbestimmung für Arbeitnehmer, sowie eine bessere Absicherung für Arbeitslose: etwa durch die Garantiesicherung, die Hartz 4 ablösen soll und die auch schon im Programm für die Bundestagswahl steht. Der Landesvorsitzende Steffen Regis hatte im Vorfeld betont, viele Arbeitnehmer würden zu wenig gehört. Das seien vor allem diejenigen, die sich in der Corona-Pandemie "krumm und buckelig" gearbeitet hätten, etwa Beschäftigte im Einzelhandel oder in der Pflege. "Die haben es einfach verdient, dass sich politische Parteien mit ihrer Lage auseinandersetzen." Die Grünen wollen sich außerdem gegen Hass im Netz stark machen, sich für mehr Bildungsgerechtigkeit einsetzen und in den Landesverband mehr Menschen mit Behinderungen einbinden.

Tranziska und Regis weiter an der Spitze

Zuvor hatten die Grünen ihr Spitzenduo im Amt bestätigt. Ann-Kathrin Tranziska und Steffen Regis wollen die Partei in den Bundestags- und Landtagswahlkampf führen. Tranziska wurde mit gut 80 Prozent der Delegiertenstimmen gewählt und Regis mit knapp 91 Prozent. Gegenkandidaten gab es nicht. Beide führen den Landesverband bereits seit 2017 und wollen die Partei in die Bundestags- und Landtagswahl führen. Ziel ist eine Regierungsbeteiligung - und zwar von vorne, wie es Tranziska ausdrückte, also als stärkste Kraft. Ein Wahlsieg bei der Landtagswahl im kommenden Jahr, so der Vorstand, wäre wie ein Diamant auf dem Ring des Erfolges.

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AUDIO: Tranziska und Regis bei Grünen-Vorstandswahl ohne Gegenkandidaten (1 Min)

Parteitag wird online abgehalten

Der Großteil der 130 Delegierten verfolgt den Parteitag in Büdelsdorf online. Die Grünen haben in Schleswig-Holstein inzwischen 4.900 Mitglieder. Zuletzt habe die Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock noch mal einen Energieschub gebracht, sagten die Vorsitzenden. Laut Regis gab es seitdem 100 Parteieintritte im Norden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.05.2021 | 17:00 Uhr

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