Einsatzkräfte der Feuerwehr und des THW üben Bekämpfung von Waldbränden in einem Wald im Kreis Segeberg. © NDR Foto: Oliver Kring

Großübung: Was tun, wenn der Wald brennt?

Stand: 14.08.2022 14:55 Uhr

Es ist staubtrocken. Die Waldbrandgefahr hat auch in Schleswig-Holstein die höchste Warnstufe erreicht. Deshalb haben Feuerwehr, THW, Bundeswehr, Rotes Kreuz und Landesforsten den Ernstfall geübt.

von Oliver Kring

Auf nur etwa zehn Prozent der Landesfläche in Schleswig-Holstein gibt es Wald. Und der ist aktuell durch die Trockenheit stark gefährdet. Auch im Norden gilt inzwischen die eine hohe Waldbrand-Gefahr. Was ist also zu tun, wenn es brennt? Es gibt Konzepte, wie die Feuerwehren Waldbrände optimal bekämpfen sollen. Aber funktionieren die auch?

Konzepte testen: Großübung mit 1.000 Teilnehmern

Das wollten die Behörden genau wissen - und haben deshalb am Sonnabend eine Großübung im Kreis Segeberg durchgeführt: Rund 1.000 Feuerwehrleute der Bereitschaften des Landes probten im Segeberger Forst mit Unterstützung der Bundeswehr, des Technischen Hilfswerks (THW) des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und der Landesforsten den Kastastrophenfall. Feuerwehrleute waren aus den Kreisen Segeberg, Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg dabei.

Übung auf 100 Hektar Waldfläche

Im Wald hatten die Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr die Aufgabe, an wechselnden Orten, Brände nachzustellen. Sie sollten dabei auch zeigen, wie sich ein Feuer ausbreiten könnte, wie es mal erlischt und plötzlich an anderer Stelle wieder auftaucht. Dazu riefen sie: "Feuer! Feuer! Feuer!", verschwanden und tauchten an anderer Stelle wieder auf. Nachstellen war deshalb nötig, weil wegen der hohen Brandgefahr im Wald keine Rauchkapseln gezündet werden konnten. Die Löschtrupps hatten wiederum die Aufgabe, in voller Montour die Brände zu löschen.

Auch aus der Luft: Brandaufklärung

Während das THW auf besonders gesicherten Flächen zumindest ein paar Rauchkapseln öffnete, waren die Brandaufklärer der Feuerwehr mit ehrenamtlichen Piloten über dem Wald in der Luft unterwegs. Die Aufgabe: Rauchentwicklung von oben erkennen und melden. Die Einsatzleitung am Boden sollte daraufhin die Löschmannschaften an die richtigen Stellen schicken. Das sei erfahrungsgemäß gar nicht so einfach, erklärte Patrick Juschka, Sprecher des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg NDR Schleswig-Holstein. Im Wald sehe vieles ziemlich gleich aus. Die besondere Herausforderung: "Beim Waldbrand muss man sich vorstellen, ist der Wald durchgängig für das Feuer. Anders als beim Hausbrand wo alles kompakt an einer Stelle geschieht. Im Wald sind überall Bäume: Das Feuer springt förmlich von einem Baum zum anderen und geht so durch den ganzen Wald durch, wenn es nicht aufgehalten wird. Und wir haben das Problem, dass hier keine ständige Wasserversorgung liegt", fasst Juschka zusammen.

Wasserversorgung und Störungen bereiten häufig Problem

Denn dann blieben nur zwei Möglichkeiten: Kilometerlange Versorgungsschläuche legen oder Wasser zentral aufnehmen und am Brandort abliefern, so Juschka. Und auch andere Störungen wurden geprobt: Verärgerte Bürger zum Beispiel, die ihr Haus nicht verlassen wollen - oder Unfälle. Sie können die Einsatzkräfte manchmal extrem aufhalten.

Konzepte okay – aber Nachbesserung nötig

Am Ende hat nach Meinung der Einsatzleiter das Meiste gut funktioniert. In ihrer Manöver-Kritik ging es vor allem um Probleme beim Funk und bei der Wasserversorgung. "Wir müssen uns vielleicht dieses Wassernetz nochmal anschauen, ob man da eine bessere Dichte hinbekommt", sagte der Wehrleiter des Kreises Segeberg, Jörg Nero. Und es gibt offenbar ein Funkloch. All das soll in den nächsten Tagen aufgearbeitet werden. Die Ergebnisse gehen auch an den Kreis und in die Ministerien.

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