Schild am Eingang eines Bauernhofes in Deutschland mit der Aufschrift Achtung Geflügelpest. © picture alliance / Zoonar | Heiko Kueverling Foto: Heiko Kueverling

Geflügelpest: Neue Hygieneauflagen erlassen

Stand: 24.11.2021 06:54 Uhr

Das Landwirtschaftsministerium verschärft wegen der Geflügelpest landesweit ab heute die Hygieneauflagen. Sie gelten für alle gewerblichen und privaten Geflügelhalter.

Ohne Schutzkleidung darf keiner mehr in Ställe, in denen zum Beispiel Hühner, Fasane, Laufvögel, Enten oder Gänse gehalten werden. Auch müssen die Schuhe gewechselt werden. Außerdem müssen an den Eingängen Desinfektionswannen oder -matten aufgestellt werden. Die Regeln gelten auch für Halter von Vögeln, die für Tierschauen, Wettflüge, Ausstellungen, Turnierkämpfe, zur Zucht oder zum Verkauf gehalten werden. Ausgenommen sind Heimtiere. Die Landkreise und kreisfreien Städte können für ihr Gebiet oder Teile davon verfügen, dass die Tiere nur noch im Stall gehalten werden dürfen.

Vogelgrippe grassiert in neun Kreisen

Nach Angaben von Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) wurde die Vogelgrippe bisher bei 117 Wildvögeln in neun Kreisen nachgewiesen. Zudem sind mehrere Geflügelhaltungen in verschiedenen Kreisen betroffen. "Um weitere Einträge des Virus in Bestände zu verhindern, müssen in Betrieben und privaten Haltungen unbedingt strenge Hygieneauflagen eingehalten werden", sagte er.

Stallpflicht auch in ganz Nordfriesland

Um die Ausbreitung der Geflügelpest einzudämmen, gilt im Kreis Nordfriesland seit Dienstag überall eine Stallpflicht - im Herzogtum Lauenburg bereits seit Sonntag. Auch in den Kreisen Dithmarschen und Plön gilt im gesamten Gebiet eine Stallpflicht. In den Kreisen Segeberg und Steinburg wurden jeweils Sperrzonen mit besonderen Regeln für Geflügelhalter eingerichtet. Geflügelpest-Fälle meldete auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das Veterinäramt des Kreises in Schleswig-Flensburg berichtet am Dienstag von zwei tot aufgefundenen Wildvögeln in Harrislee und am Südensee bei Sörup.

Auch in den benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern erfolgten bereits Nachweise der Geflügelpest.

500 Tiere mussten getötet werden

Einen größeren Ausbruch gab es zuletzt Anfang November in einem Betrieb im Kreis Pinneberg: 500 Mastgänse und weitere Tiere mussten getötet werden. Mehrere Labore hatten Proben untersucht, nachdem zahlreiche Gänse Krankheitssymptome gezeigt hatten. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte, dass es sich dabei um den Influenza-Subtyp H5N1 handelt, der die Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt - auslösen kann.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.11.2021 | 18:30 Uhr

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