Menschen stehen Schlange bei einer Impfaktion in Nortorf. © NDR Foto: Andrea Schmidt

Lange Schlangen bei offenen Impfangeboten

Stand: 19.11.2021 15:48 Uhr

Bei fast allen offenen Impfangeboten im Land haben sich am Freitag wieder lange Schlangen gebildet. Dithmarschens Landrat Mohrdieck kritisiert, dass die Impfzentren vor zwei Monaten geschlossen wurden.

Seitdem die Corona-Zahlen und der Druck auf Ungeimpfte steigen, entscheiden sich wieder mehr Menschen für eine Impfung gegen Covid-19. Dazu kommen noch die vielen Menschen, die sich ihre Booster-Impfung abholen wollen. Die Folge sind hier bei uns in Schleswig-Holstein schon seit einer Woche volle Hausarzt-Praxen und lange Schlangen bei den offenen Aktionen von mobilen Impfteams.

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Mehr Impfwillige als Impfdosen

In fast allen Fällen war es am Freitag aber schon ab mittags aussichtslos, sich noch anzustellen. Allein am Lübecker Citti-Park warteten Vormittag um die 400 Menschen. Wenige Kilometer weiter am Gemeindehaus Eichholz waren es mehr als 200 Leute - das Ende der Schlange konnte man vom Eingang gar nicht mehr sehen. Ähnliche Rückmeldungen kamen von den Teams an der Holstengalerie in Neumünster, am Realmarkt in Henstedt-Ulzburg oder an der Kieler Uni. Im Kieler Citti-Park standen 250 Impfdosen bereit. Laut dem Centermanagement waren schon am Vormittag entsprechend viele Impfwillige da. Unterm Strich steht: Bei allen neun Impfaktionen im Land war der Andrang größer als die Zahl der Impfdosen.

Zwei Impfärzte fehlten in Rellingen

In Rellingen gab es noch ein anderes Problem. Statt drei Impfärzten stand nur einer zur Verfügung. Es konnten also nur etwa 120 Dosen verabreicht werden, anstatt der geplanten rund 400. Aber nicht nur im Kreis Pinneberg wurden Menschen weggeschickt, wenn die Kapazitätsgrenze erreicht war. Das sorgt für Unmut. Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdieck (parteilos) befürchtet nun eine negative Mund-zu-Mund-Propaganda und meint, die aktuelle, angespannte Lage hätte vermieden werden können.

Mohrdieck: Impfzentren hätten offen bleiben müssen

Man hätte nur die vor wenigen Monaten geschlossenen Impfzentren offen lassen müssen. "Diese Struktur stehen zu lassen, aus meiner Sicht hätte das so sein müssen, damit wir nahtlos weitermachen können. Wir wissen ja alle, was am Anfang der Impfaktion für ein Druck auf das Anmeldeverfahren war und wie schwer es war auch für die Älteren Termine zu bekommen", sagte Mohrdieck. Es sei absehbar gewesen, dass die auch jetzt schnell ihre Auffrischungsimpfung bekommen wollen.

Terminbuchungen ab 25. November

Bei den offenen Impfteams werden gar keine Termine vergeben, jeder muss sich in den Schlangen einreihen. Und da niemand weiß, wie viele Menschen kommen, wird eher vorsichtig gerechnet, denn der Impfstoff muss am Abend verbraucht sein. Besserung wird es wohl frühestens Ende November geben. Ab dem 25. November können unter www.impfen-sh.deTermine für die 24 zentralen Impfstellen gebucht werden. Am Anfang aber nur für Menschen, die älter als 60 Jahre sind. Gleichzeitig wird die Zahl der mobilen Impfteams weiter erhöht.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.11.2021 | 14:00 Uhr

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