Drohne trifft Eurofighter: Luftwaffenübung für neues Kampfsystem

Stand: 24.06.2021 15:44 Uhr

Mehr als drei Milliarden Euro hat der Bund kurz vor der Sommerpause noch für das europäische Luftkampfsystem FCAS bewilligt. Eine Übung, an der sich die Luftwaffe in Jagel bei Schleswig und Todendorf (Kreis Plön) beteiligt, gab einen Vorgeschmack darauf.

Ein Eurofighter-Kampfjet ist am frühen Donnerstagnachmittag in Jagel in die Luft gestiegen. In Todendorf startete gleichzeitig eine unbemannte Drohne. Über der Ostsee übernahm der Eurofighter dann die Lenkung der Drohne.

"Wenn das klappt, wäre das ein Riesending", hatte Oberstleutnant Stoetzel im Vorfeld gesagt. Bei der Kriegsführung der Zukunft sollen autonom fliegende, eventuell bewaffnete Drohnen mit einer neuen Generation von Kampfjets kontinuierlich kommunizieren. Mit der Übung sollte vor allem die sogenannte Combat Cloud erprobt werden - eine Art W-Lan in der Luft.

Projekt hoch umstritten - Kosten gigantisch

Die Übung ist ein kleiner Teil des Future Combat Air System (FCAS) - dem größten europäischen Rüstungsprojekt. Demnach sollen die künftigen Kampfflugzeuge von mehreren Drohnen begleitet werden, die verschiedene Aufgaben wie Aufklärung oder Ablenkung übernehmen können. Das Projekt ist hoch umstritten, die Kosten gigantisch. Die am Mittwoch vom Bundestag bewilligten drei Milliarden Euro sind nur der Anfang. Die Gesamtkosten für das Luftkampfsystem FCAS werden auf mehrere Hundert Milliarden Euro geschätzt. Das entspricht der Größenordnung eines kompletten Bundeshaushalts.

Die Kosten wollen sich die drei Länder Deutschland, Frankreich und Spanien über einen Zeitraum von 20 Jahren teilen. Der europäische Verbund biete Unabhängigkeit von den USA, sagte der ostholsteinische CDU-Abgeordnete Ingo Gädechens aus dem Verteidigungsausschuss.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 24.06.2021 | 17:00 Uhr

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