Stand: 21.02.2019 19:59 Uhr

Digitalpakt: Schüler fordern Lehrerfortbildung

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Rund 800 Schulen könnten von den Millionen aus dem Digitalpakt Schule profitieren. Dafür müssen Lehrer mit der Technik der Zukunft aber auch umgehen können.

Fünf Milliarden Euro will der Bund für den sogenannten Digitalpakt Schule zur Verfügung stellen. Das hat der Bundestag am Donnerstag abgesegnet. Der Bundesrat wird im März darüber entscheiden. Seine Zustimmung gilt als sicher. Schleswig-Holstein würde dann 170 Millionen Euro aus dem Topf abbekommen. Davon sollen zum Beispiel 3-D-Drucker, Laptops und Tablets angeschafft und das WLAN-Netz in den Bildungsstätten ausgebaut werden. Rund 800 Schulen könnten profitieren.

Doch die Landesschülervertretung bezweifelt, dass die Lehrer fit für die Zukunft sind. "Ich habe mit vielen Lehrkräften gesprochen. Die meisten fühlen sich eigentlich unvorbereitet, viele haben richtigen Respekt davor, weil sie glauben, dass ihre eigenen Fähigkeiten da überhaupt gar nicht für ausreichen", sagte Schülervertreter Lasse Barber aus Fockbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde) NDR Schleswig-Holstein.

Schülervertreter: "Vorbereitung ist nicht da"

Für die Landesschülervertretung ist klar: Die rund 28.000 Lehrer in Schleswig-Holstein müssen dringend auf die Digitalisierung vorbereitet werden. Noch fehle es vielen an Fachwissen, wie zum Beispiel 3-D-Drucker oder Tablets in den Unterricht eingebunden werden könnten. Außerdem kämen neue Betriebssysteme auf die Lehrkräfte zu. "Ich glaube, da ist ganz, ganz viel Arbeit zu tun. Und ich glaube, Vorbereitung ist da noch nicht richtig da", erläuterte Barber.

Prien plant Online-Fortbildungen für Lehrer

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Bildungsministerin Prien will Schleswig-Holsteins Lehrkräfte per Online-Schulungen fit für die digitale Zukunft machen.

Bei Lehrerfortbildungen steht laut Bildungsministerin Karin Prien (CDU) die Digitalisierung als das zentrale Thema ganz oben auf der Agenda. Dafür seien extra zehn Stellen geschaffen worden. "Wir werden nicht alle Lehrkräfte auf einmal ausbilden, das ist eine Aufgabe für die nächsten Jahre", sagte Prien. Außerdem plane die Landesregierung in Kooperation mit der Technischen Universität in Lübeck, verstärkt Online-Module anzubieten, die nicht immer und ständig Personal vor Ort erfordern würden.

Die CDU-Politikerin geht davon aus, dass noch in diesem Jahr erste Schulen mit Geldern aus dem Digitalpakt rechnen können. Das Bildungsministerium unterstütze die Schulen bei den Anträgen. Das Geld vom Bund gibt es nur, wenn ein technisch-pädagogisches Konzept für die jeweiligen Schulen erarbeitet worden ist.

Die Lehrergewerkschaft GEW begrüßte den Schritt zum digitalen Unterricht. Sie warnte jedoch auch, die Einrichtung und Wartung der Geräte dürfe nicht an den Lehrern hängen bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.02.2019 | 17:00 Uhr

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