Stand: 02.07.2020 17:33 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Corona: Strand-Ampel in Lübecker Bucht startet

Die Ferien in Schleswig-Holstein und anderen Bundesländern haben begonnen und damit auch die Zeit der vollen Strände. Damit diese in der Lübecker Bucht nicht zu voll werden, gibt es seit heute einen "Strandticker". Auf der Internetseite strandticker.de können sich Tagestouristen darüber informieren, wie voll die Strände in Orten wie Scharbeutz (Kreis Ostholstein) sind. Wegen eines Ansturms von Tagestouristen hatte die Bürgermeisterin von Scharbeutz an zwei zurückliegenden Wochenenden den Zugang zum Ort sperren lassen.

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Nicht sehr bedienerfreundlich

Doch besonders bedienerfreundlich ist strandticker.de nicht, wie ein Praxistest von NDR Schleswig-Holstein zeigt: Nach der Aufforderung, den Standort freizugeben, muss man zwei weitere Klicks setzen. Dann wird ein Begrüßungs- und ein Erklärbild zur Strandampel abgespielt. Obwohl man zuvor seinen Standort eingeben sollte, werden nun nach und nach die Ampeln für mehrere Strände angezeigt, ohne dass man die Präsentation stoppen könnte. Es schließen sich "Strandtipps" zu ausgewählten Stränden an, die auch einfach abgespielt werden.

Ziel: Gäste auf Strandabschnitte verteilen

Die Tourismus-Agentur der Lübecker Bucht erhofft sich nun, die Gästeströme besser lenken zu können. Eine Ampel soll anzeigen, welche Strandabschnitte bereits überfüllt sind und wo es noch freie Kapazitäten gibt. Ziel sei es, die Gäste an weniger ausgelastete Strandabschnitte zu leiten, sagte der Geschäftsführer der Tourismus-Agentur, André Rosinski. Der Strandticker ist zunächst für die Ostseebäder Scharbeutz mit dem Ortsteil Haffkrug sowie für Sierksdorf, Pelzerhaken und Rettin verfügbar.

Sensoren werden kommende Woche installiert

Am Donnerstagmittag zeigte die Ampel für alle Strandabschnitte grün - sicher auch bedingt durch das nicht optimale Wetter. An vielen Abschnitten blieben die Strandkörbe bei grauem Himmel leer. Bislang kommen die Infos über die Anzahl an Strandbesuchern von Strandkorbvermietern und Beschäftigten, die die Kurtaxe kassieren. In der kommenden Woche sollen Sensoren an den Strandzugängen installiert werden.

Keine Gesichtserkennung bei Sensoren

Die Sensoren sollen die Anzahl der Besucher erfassen. Wird es zu voll, springt die Ampel von grün über orange auf rot. Die Sensoren arbeiteten ohne Gesichtserkennung, betont die Tourismus-Agentur. Bei mehr als 600 Besuchern auf 150 Metern springt die Ampel auf Rot und zeigt damit einen vollen Strandabschnitt an. Der wird dann gesperrt. Probeweise sollen auch einige Bildschirme an Strandzugängen installiert werden, die die Auslastung anzeigen.

Ursprüngliche Strand-App vom Tisch

Ursprünglich hatte die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht eine Strand-App geplant, mit der Tagestouristen einen festen Platz am Strand reservieren sollten. Daran hatte es Kritik gegeben. Aus den umliegenden Gemeinden hieß es, das sei zu umständlich und ungerecht. Auch angesichts der niedrigen Infektionszahlen haben sich die Verantwortlichen der Tourismusagentur umentschieden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.07.2020 | 08:00 Uhr

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