Stand: 11.01.2020 06:00 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Caterpillar in Kiel: Kurzarbeit für 200 Mitarbeiter

von Christian Wolf

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Für die betroffenen Caterpillar-Mitarbeiter gilt die Kurzarbeit zu 100 Prozent - sie arbeiten bis Ende des Jahres gar nicht mehr.

Caterpillar in Kiel kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. In der Vergangenheit hat der US-Konzern viele Arbeitsplätze an der Kieler Förde abgebaut. Nun muss die Belegschaft des Motorenherstellers wieder einmal in Kurzarbeit gehen. Seit Anfang des Jahres ist von der Maßnahme, auf die sich Betriebsrat und Caterpillar geeinigt hatten, nach Unternehmensangaben ein Viertel der rund 800 Beschäftigten betroffen. "Das Unternehmen ergreift verschiedene Maßnahmen an seinen weltweiten Standorten, um die Produktion an die Nachfrage anzupassen, inklusive kürzere Arbeitswochen und Kurzarbeit, welche wir in Kiel umgesetzt haben", sagte ein Sprecher NDR Schleswig-Holstein.

IG Metall: "Zukunft sicherer gestaltet"

Es ist nicht das erste Mal, dass am Kieler Caterpillar-Standort die Belegschaft in Kurzarbeit muss. Schon vor vier Jahren war das der Fall. Für die nun betroffenen rund 200 Mitarbeiter gilt die Kurzarbeit zu 100 Prozent. Das bedeutet, dass sie gar nicht arbeiten, bis Ende des Jahres. Mit der Maßnahme habe man die Zukunft Caterpillars sicherer gestaltet, erklärte Stephanie Schmoliner von der IG Metall. Trotz der Kurzarbeit ist nach ihren Angaben die Stimmung im Betrieb gut. Außerdem seien die Mitarbeiter solidarisch.

Nicht-Betroffene verzichten auf Geld

Viele Mitarbeiter, die nicht in Kurzarbeit sind, verzichten laut Schmoliner wöchentlich auf eine halbe Stunde ihrer Arbeitszeit. Das Geld, das sie dafür nicht bekommen, geht in einen Topf für die von der Kurzarbeit betroffenen Kollegen. Davon sollen Maßnahmen zur Weiterqualifizierung finanziert werden. Zu Medienberichten, in denen über eine Schließung oder einen Verkauf des Werks spekuliert wurde, sagte der Unternehmenssprecher: "Wir kommentieren keine Gerüchte oder Spekulationen."

Stichwort Kurzarbeit

Reduzierte Arbeitszeit. Von der Kurzarbeit können alle oder nur ein Teil der Arbeitnehmer des Betriebes betroffen sein. Die betroffenen Arbeitnehmer arbeiten bei Kurzarbeit weniger oder überhaupt nicht. Die Kurzarbeit soll Unternehmen bei einer vorübergehenden schlechten Auftragslage durch eine Reduktion der Personalkosten entlasten. Die Arbeitnehmer müssen dabei Einkommensverluste in Kauf nehmen, da das Kurzarbeitergeld nicht das volle Einkommen ersetzt. Kurzarbeitergeld ist eine Leistung aus der Arbeitslosenversicherung mit dem Ziel, bestehende Arbeitsplätze auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten zu erhalten. Sie muss mit dem Betriebsrat oder dem Arbeitnehmer vor der Beantragung schriftlich vereinbart werden. (Quellen: Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Wikipedia)

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2020 | 09:00 Uhr

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