Stand: 17.01.2019 11:10 Uhr

Bergung der Atomfässer kostet zehn Millionen Euro

Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) hat sich über den Abschluss der Kavernenleerung am Atomkraftwerk (AKW) Brunsbüttel informiert. Fast drei Jahre hat die Bergung der rund 630 Fässern gedauert. Es handelt sich um schwach- und mittelradioaktiven Abfälle - Filterharze und Verdampfungskonzentrate aus der Abwasseraufbereitung des AKW. Es sei "im Laufe der Bergungsarbeiten nicht zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen für beteiligte Personen oder für die angrenzende Bevölkerung gekommen", sagte der Minister. Die Arbeiten haben rund zehn Millionen Euro gekostet.

Viele der 626 Fässer waren verrostet

Im Dezember 2011 wurde der Inhalt eines Fasses in einen Container umgesaugt. Bei den Arbeiten wurde Rost an dem Fass festgestellt. Daraufhin wurden 626 Fässer in den sechs Kavernen mit einer extra entwickelten Spezialkamera untersucht. Dabei wurde an 290 von 326 Fässern mindestens mittelschwere äußerlich erkennbare Auffälligkeiten festgestellt, 78 von ihnen waren sogar stark beschädigt oder verformt.

Zustand der Fässer war schlechter als erwartet

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2011 wurden in Brunsbüttel die rostigen Fässer gefunden.

Im Januar 2016 begann die Bergung aus den Kavernen. "Die größte Herausforderung dabei war der Zustand der Fässer, der insgesamt schlechter war, als wir nach der Kamerainspektion erwartet hatten", bilanzierte Pieter Wasmuth, Vattenfalls Generalbevollmächtigter für Hamburg und Norddeutschland.

Albrecht: Erfolgreiche Bergung dürfe Defizite nicht überdecken

Bis zur Fertigstellung des bundesweiten Endlagers Schacht Konrad bei Salzgitter werden die Fässer in 46 endlagergerechten Containern in oberirdischen Lagerstätten auf dem AKW-Gelände aufbewahrt. Der Erfolg der Bergung dürfe aber niemals die Defizite vergessen machen, die dazu geführt haben, dass Bergungsmaßnahmen überhaupt notwendig geworden seien, sagte Albrecht. Kein Fass komme mehr in eine Kaverne, so der Grünen-Politiker.

Nur in Kaverne 5 lagern noch sechs weitere Fässer mit Metallschrott. Dieser Inhalt muss nicht in ein Endlager, sondern kann im geplanten Rückbau des Atomkraftwerks dekontaminiert werden.

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Schleswig-Holstein Magazin | 17.01.2019 | 19:30 Uhr

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