Stand: 31.01.2019 18:37 Uhr

67.000 Unterschriften gegen LNG-Terminal

Eine Bürgerinitiative hat Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag in Berlin symbolisch eine Online-Petition mit mehr als 67.000 Unterschriften gegen das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen) übergeben. Die Petition richtet sich gegen die Verwendung von Steuergeldern für das Terminal und sieht das Flüssiggas nicht als umweltfreundlichen Treibstoff. German LNG plant zwei Anlandestellen vor Brunsbüttel sowie zwei 60 Meter hohe LNG-Tanks direkt zwischen dem Elbehafen und dem Atomkraftwerk Brunsbüttel.

Experten führen Umweltverträglichkeitsprüfung durch

Vorab muss allerdings geprüft werden, welche Auswirkungen der Bau des Terminals auf die unmittelbare Umwelt am Standort Brunsbüttel hätte. Experten führen dafür eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) durch. Darüber berieten am Donnerstag die zuständigen Behörden und der Antragsteller in Brunsbüttel.

Projektleiter Rolf Bouwer zeigte sich mit den Gesprächen über die UVP zufrieden: "Ich freue mich sehr. Es ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, das LNG-Terminal zu bauen. Umweltschutz und Sicherheit sind für uns wichtige Themen." Die Besprechungen fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Doch Bouwer versicherte, dass sich bald auch Bürger zu den Plänen äußern könnten.

Günther: Flüssiggas wichtig für Energiemix

Von dem Flüssigerdgas LNG verspricht sich die Industrie eine größere Versorgungssicherheit für das Gasnetz in Deutschland. Zudem werden immer mehr Schiffe mit einem Antrieb für flüssiges Erdgas gebaut. Das LNG wird stark heruntergekühlt und verliert so um das 600-fache an Volumen. Tankschiffe, Lkw oder die Bahn können das Gas dann transportieren und an einem Importterminal in einen Tank einspeisen.

Regierungschef Günther würdigte zwar das Engagement der Bürgerinitiative, vertritt jedoch eine etwas andere Ansicht. Er findet, dass das Flüssiggas durchaus eine Rolle im Energiemix spiele. "Ich glaube schon, dass das eine Zukunftstechnologie ist - wahrscheinlich auch für einen Übergang. Wir brauchen es aber, um unsere Klimaziele einzuhalten", sagte der Minister.

Auch Wilhelmshaven und Stade bewerben sich

Deutschland hat derzeit noch kein Terminal, an dem die riesigen Tanker anlegen können. Neben Brunsbüttel bemühen sich auch Wilhelmshaven und Stade in Niedersachsen darum, das Terminal zu bekommen. 2022 könnte es fertiggestellt werden.

Weitere Informationen

Stade: Erste LNG-Lieferung schon 2021?

31.01.2019 09:30 Uhr

Die Stader LNG-Projektgesellschaft und der Chemiekonzern Dow haben Details zum Bau eines Flüssiggas-Terminals genannt. Die ersten Tankschiffe könnten demnach 2021 anlegen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 31.01.2019 | 16:30 Uhr

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