Stand: 23.01.2018 19:45 Uhr

VW kämpft mit Abwehrsystem gegen Spionage-Drohnen

In Deutschland gibt es 600.000 Drohnen, teilte die Deutsche Flugsicherung mit. Die ferngesteuerten Fluggeräte bekämpfen Schädlinge auf Feldern, Paketdienste testen sie als Lieferboten, und auch Polizei und Feuerwehr haben den Nutzen der Drohnen für sich entdeckt. Der Autobauer Volkswagen hingegen arbeitet gerade daran, sich die kleinen Flieger vom Hals zu halten. Und dafür haben die Wolfsburger beim bayrischen Hersteller ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH ein System zur Drohnenabwehr bestellt. VW will so auf mögliche Spionageflüge durch die unbemannten Fluggeräte vorbereitet sein.

Fotos von Prototypen

Experten bestätigen, dass immer mehr Drohnen über Teststrecken von Autobauern wie VW fliegen. Und einige davon werden zur Industriespionage genutzt. Konkurrenten oder Fotografen ließen ihre Drohnen steigen, um Bilder und Videos der Prototypen und neuesten Modelle zu machen. Wie groß das Problem für Volkswagen ist, wollte ein VW-Sprecher nicht sagen. VW äußere sich grundsätzlich nicht zu Sicherheitsthemen.

Mobiler Kleintransporter überwacht Luftraum

Die Order von VW für das mobile Drohnenabwehrsystem sei für ESG der erste Großauftrag der deutschen Industrie, heißt es vom Unternehmen. Aus einem mobilen Kleintransporter wird der Luftraum überwacht. Per Radar, Mikrofon, hochauflösender Kamera und Sensoren können die Drohnen frühzeitig aufgespürt werden. Dann könnte das Sicherheitspersonal bereits alarmiert werden.

Elektronik wird lahmgelegt

Und es gibt Abwehrmaßnahmen: Das System kann das Funksignal stören und dafür sorgen, dass der Pilot am Boden die Drohne nicht mehr steuern kann. Zudem könnten elektromagnetische Impulse die Elektronik lahmlegen.

Die Abwehr basiert laut ESG auf dem "System, das zur Absicherung der politischen Großveranstaltungen G7-Gipfel in Elmau 2015, des Staatsbesuchs von US-Präsident Obama im Juni 2016 und des G20-Gipfels in Hamburg 2017 im Einsatz war".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.01.2018 | 13:00 Uhr

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