Ein Mann gibt eine Blutspende beim Blutspendedienst des DRK ab. © dpa-Bildfunk Foto: Hauke-Christian Dittrich

Zu wenige Spenden - DRK sieht Engpass bei Blutkonserven

Stand: 29.07.2021 14:54 Uhr

Die Blutreserven in Niedersachsen gehen zur Neige. Ein Sprecher des Blutspendedienstes in Springe warnt, dass einige Blutgruppen inzwischen nicht mehr richtig versorgt werden könnten.

"Wir brauchen mindestens 10.000 Blutpräparate im Bestand, um alle Blutgruppen sicher versorgen zu können", sagte Markus Baulke vom Blutspendedienst Springe dem NDR Niedersachsen. Derzeit gebe es aber nur 7.000 Konserven. Der Mangel habe durch Lagerbestände ausgeglichen werden können. Doch die seien jetzt so gut wie aufgebraucht.

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Viele Operationen werden nun nachgeholt

Laut Baulke ist die Spendenbereitschaft in Niedersachsen mit dem Ende des Lockdowns im Juni um 15 Prozent eingebrochen. Er vermutet, dass die Menschen ihre Freizeit jetzt anders gestalten möchten, statt zur Blutspende zu gehen. Gleichzeitig sei der Bedarf enorm hoch. Denn viele Krankenhäuser holen nun laut Baulke verschobene Operationen nach. In der zweiten und dritten Welle der Corona-Pandemie im Winter und im Frühjahr hatten viele Krankenhäuser Operationen verschoben.

 

Spendenbereitschaft im Jahr 2020 hoch

Im vergangenen Jahr wurde in Niedersachsen und Bremen 492.210 Mal Blut gespendet, etwas weniger als im Vor-Coronajahr 2019 mit 502.385 Spenden. Wegen verschärfter Hygiene- und Abstandsregeln in der Pandemie gab es nur 5.289 Spendetermine (2019: 5.925). Die Spendenbereitschaft der Bevölkerung sei aber überwältigend gewesen, sagte Baulke. Durchschnittlich kamen 93 Spender je Termin nach 85 Spendern im Jahr 2019. In Springe in der Region Hannover ist das Zentralinstitut des Blutspendedienstes für die DRK-Landesverbände Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 30.07.2021 | 06:00 Uhr

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