Stand: 26.09.2020 15:39 Uhr

Weihnachtsmärkte trotz Corona: Ja - aber wie?

Besucher gehen auf dem Weihnachtsmarkt in der Altstadt von Hannover umher. © dpa - Bildfunk Foto: Philipp von Ditfurth
Von einem normalen Weihnachtsmarkt, wie hier in Hannover vor fünf Jahren, haben sich die Planer verabschiedet. (Archivbild).

Von Glühwein und gebrannten Mandeln darf in Niedersachsen nicht nur geträumt werden: Bei einem Gipfel gab es unter der Woche grünes Licht für Weihnachtsmärkte - unter Vorbehalt der Infektionszahlen und unter Corona-Bedingungen. Für die Planung bedeutet das viele Fragezeichen. Denn: Wie die Weihnachtsmärkte umgesetzt werden, soll in der Verantwortung der Kommunen liegen. Sie sollen in Abstimmung mit den jeweils zuständigen Gesundheitsbehörden entscheiden, wie sie Vorgaben aus der Corona-Verordnung des Landes umsetzen.

Rahmenhygienekonzept fehlt noch

Ein entsprechendes Rahmenhygienekonzept liegt allerdings noch nicht vor. Es soll bis Mitte Oktober erarbeitet werden, wie der Niedersächsische Städtetag mitteilte. Bestimmte Vorgaben sind allerdings absehbar: Als gesetzt gilt etwa, dass dichtes Gedränge vermieden werden soll. Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) hatte sich dafür ausgesprochen, Zugänge zu lenken und den Alkoholkonsum spätestens ab 22 Uhr einzuschränken. Eine Umzäunung des Geländes soll dagegen nicht generell verpflichtend vorgeschrieben werden.

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Ein Archivbild eines Weihnachtsmarktes.
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Deutlich weniger Stände in Göttingen und Oldenburg

Entsprechend laufen die Planungen der Kommunen. Drei Monate vor Weihnachten sind sie allerdings vielerorts noch vage, wie eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes (epd) unter ausgewählten Städten zeigt. So etwa in Göttingen: Dort sind laut Sprecher Dominik Kimyon 69 Stände für den diesjährigen Weihnachtsmarkt zugelassen. Wie es ablaufen soll, ist dagegen unklar. Zu möglichen Corona-konformen Konzepten habe der Weihnachtsmarktverein Ideen vorgelegt. Die Stadt als Veranstalterin werde dies noch mit dem Verein besprechen, sagte Kimyon. Auch Oldenburg will die Budenzahl auf dem Weihnachtsmarkt reduzieren: Laut Sprecher Reinhard Schenke wird für den Lambertimarkt rund die Hälfte der sonst 130 Stände geplant.

Braunschweig erwägt Zugangskontrollen

In Braunschweig (25. November bis zum 29. Dezember) und Goslar (25. November bis zum 30. Dezember) gibt es zumindest Termine - doch auch diese sind nur vorläufig. In Goslar werde "optimistisch an Alternativkonzepten gearbeitet, um auf alle Eventualitäten reagieren zu können", sagte Veranstaltungsmanagerin Iris Weirich. Ein bisschen konkreter wird es in Braunschweig: Man überlege unterschiedliche Szenarien beispielsweise um Laufwege zu verbreitern und prüfe die Machbarkeit von Zugangskontrollen, teilte Stephanie Horn von der Stadt Braunschweig mit.

Buxtehude plant Buden in der ganzen Stadt

Die Stadt Buxtehude plant einen Weihnachtsmarkt vom ersten Adventswochenende bis in den Januar, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Laut Organisator Torsten Lange sollen hier Buden weitläufig in der Stadt verteilt aufgestellt werden. Die Glühweinstände sollen an Plätzen zusammengefasst werden. So könne man den Einlass kontrollieren und die Kontaktdaten der Besucher aufnehmen und mögliche Infektionsketten besser nachverfolgen, sagte Lange. Über das endgültige Konzept entscheidet die Stadt Buxtehude aber kurzfristig.

"So er denn stattfinden kann"

In Hannover sollen die Möglichkeiten laut Sprecher Dennis Dix verwaltungsintern erörtert werden. Dass auch noch jede Menge Zweifel bei den Planern besteht, zeigt die Reaktion aus Osnabrück: Die Beschicker, die sich beworben haben, hätten eine Zusage für den Weihnachtsmarkt erhalten, sagte Sprecher Sven Jürgensen und fügte hinzu: "So er denn stattfinden kann."

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Blick auf den Weihnachtsmarkt an der Marktkirche Hannover © picture alliance / dpa Foto: Jochen Lübke

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 23.09.2020 | 17:00 Uhr

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