Wegen Corona: Den Feuerwehren fehlen Übungen und Kontakte

Stand: 14.01.2021 21:35 Uhr

Etwa 125.000 Männer und Frauen engagieren sich in Niedersachsen bei der Freiwilligen Feuerwehr. Übungen und Zusammenkünfte sind im Lockdown gestrichen. Könnte das Folgen haben?

Er habe schon Bedenken, dass der ein oder andere vielleicht auf den Gedanken kommen könnte, dass es auch ohne Feuerwehr geht, sagte der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Karl-Heinz Banse, dem NDR in Niedersachsen. "Es gibt nicht mehr die regelmäßigen Zusammenkünfte und die regelmäßigen Dienste, es fehlt der soziale Kontakt. Darunter leiden wir. Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Kameradinnen und Kameraden bei der Stange halten", so Banse.

Videos statt praktischer Übungen

Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr in Uelzen macht man sich Sorgen, dass so manche Feuerwehrfrau, so mancher Feuerwehrmann das Ehrenamt abgeben könnte. Alle Übungen vor Ort sind abgesagt, stattdessen gibt es Videos zur Handhabung der Geräte. Eine praktische Übung ersetzen könne die digitale Form aber nicht, ist Ortsbrandmeister Reiner Seidel überzeugt.

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"Einsatzbereitschaft steht nicht infrage"

Wie der Landesfeuerwehrverband, so sorgt sich auch Seidel in Zeiten der Kontaktvermeidung um den Nachwuchs: "Es ist ja sowieso in der heutigen Zeit nicht ganz so einfach, neue Mitglieder zu finden." Deshalb sei es auch ein Problem, dass sich die Jugendfeuerwehren derzeit gar nicht treffen können. Seidel hofft, dass die Feuerwehren bald wieder in größeren Gruppen üben können, damit die Routinen und der Teamgeist nicht verloren gehen. Trotz Übungsverbots an den Geräten - eines sei bei den Freiwilligen Feuerwehren aber immer gewährleistet, so Seidel: "Die Einsatzbereitschaft ist überhaupt nicht infrage gestellt."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.01.2021 | 08:00 Uhr

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