Freilandgänse stehen auf einer Wiese auf dem Geflügelhof Hachmann bevor sie später in einen Folienstall begleitet werden. © picture alliance/Christian Charisius/dpa Foto: Christian Charisius

Starke Nachfrage: Gänse zum Fest ganz hoch im Kurs

Stand: 21.12.2020 08:00 Uhr

Weihnachten ist auch das Fest des Essens. Kartoffelsalat, Raclette oder doch die traditionelle Gans - wie sieht es in diesem Jahr aus mit der Nachfrage?

Droht ein "Gänse-Stau" im Zuge der Corona-Pandemie wie bei den Schweinezüchtern? Oder steht Weihnachten 2020 ganz im Zeichen der Gans? Nachfrage bei Matthias Koch aus Lemförde. Er ist Vorsitzender des Sondervereins Deutscher Gänsezüchter. Koch sagt, dass es in diesem Jahr eher zu wenig Tiere gibt. "Die Nachfrage ist sehr gut, das haben einige Mastbetriebe offenbar unterschätzt", so Koch. Da die traditionellen Gänseessen, etwa am Martinstag am 11. November, in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen sind, vermutet er, dass viele Privatleute Gänse zu Hause zubereiten.

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"Deutsche Gans gefragter denn je"

Bei Lorenz Eskildsen sieht es ähnlich aus. Der Gänsebauer unterhält mehrere Standorte, unter anderem in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. "Die deutsche Gans ist gefragter denn je", sagt er. Normalerweise stammten 80 Prozent der Gänse aus Polen oder Ungarn - die Gastronomie "anonymisiere" diese dann. Doch in diesem Jahr, in dem viele mit Familien oder Freunden zu Hause kochen, werde vermehrt zu deutschen Tieren gegriffen.

4.400 Großbetriebe im Land

Die Gänsemast ist für die deutsche Landwirtschaft eigentlich eher ein Randthema. Nur 15 bis 16 Prozent des deutschen Gänsemarktes werde von hiesigen Landwirten gedeckt, sagt Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die jüngsten bundesweiten Zahlen stammen aus dem Jahr 2016. Demzufolge gab es 4.400 Betriebe mit mindestens 1.000 Gänsen. Insgesamt handelte es sich um 329.000 Tiere - Tendenz sinkend.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.12.2020 | 18:00 Uhr

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