Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr stehen vor einem Haus in Melle. © Nord-West-Media TV/dpa Foto: David Poggemann

Silvester: Gasexplosion in Melle und verletzte Polizisten

Stand: 04.01.2022 11:36 Uhr

Die Silvesternacht ist in Niedersachsen eher ruhig verlaufen. Eine folgenschwere Explosion jedoch gab es in Melle: Ein 28-Jähriger wurde lebensgefährlich verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei explodierte ein gasbetriebener Kamin in einem Poolhaus, als ein 28-jähriger Mann diesen abschalten wollte. Durch die Wucht der Explosion geriet das Inventar des Poolhauses in Brand. Der 28-Jährige erlitt lebensgefährliche Brandverletzungen. Er wurde zunächst ins Krankenhaus nach Osnabrück gebracht und dann mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Hannover verlegt. Neun weitere Personen, die bei der Silvesterfeier anwesend waren, wurden laut Polizei leicht bis mittelschwer verletzt und in umliegende Krankenhäuser gebracht. Der Schaden am Poolhaus wird auf mindestens 50.000 Euro geschätzt. Ein angrenzendes Wohnhaus blieb weitestgehend unbeschadet. Warum es zu der Explosion kam, ist noch unklar. Die Ermittler wollen am Montag unter anderem die explodierte Gasflasche genauer untersuchen, um die Ursache für das Unglück zu klären.

Braunschweig: Fünf Polizisten mit Schlägen attackiert

Insgesamt blicken Einsatzkräfte in Niedersachsen auf eine vergleichsweise ruhige Silvesternacht zurück. Dennoch musste die Polizei immer wieder zu Einsätzen ausrücken. In Braunschweig wurden fünf Beamte in der Innenstadt verletzt. Ein Polizist kam mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Er hatte zuvor mit seinen Kollegen einen Streit schlichten wollen, doch die Beamten wurden dann selbst mit Faustschlägen angegriffen, wie die Polizei mitteilte. Drei Angreifer wurden festgenommen.

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Ein demolierter Notarztwagen steht nach Mitternacht auf einer Straße. © Nord-West-Media TV/dpa Foto: Torsten Albrecht

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Brandverletzungen und Frakturen nach Böller-Explosion

Durch die Explosion eines illegalen Böllers wurden in Northeim vier Menschen zum Teil schwer verletzt. Die Betroffenen hätten Brandverletzungen und Frakturen an den oberen Extremitäten erlitten, teilte die Polizei mit. Ein 24-Jähriger habe den illegalen Knallkörper kurz nach Mitternacht ins Erdreich gesteckt und gezündet. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein.

Osnabrück: Viele Böller gezündet

Im Raum Osnabrück wurde nach Angaben der Polizei überraschend viel Feuerwerk gezündet. Möglicherweise hätten sich die Menschen aus der Region in den Niederlanden mit Feuerwerkskörpern eingedeckt, vermutete eine Sprecherin. Dies wäre legal allerdings nicht möglich gewesen: Auch in den Niederlanden hatte die Regierung den Verkauf verboten und Privatpersonen das Zünden von Feuerwerkskörpern untersagt. In der Innenstadt von Osnabrück gab es nach Angaben der Beamtin außerdem zahlreiche Schlägereien.

Massenschlägerei in Leer - Polizist bekommt Faustschlag ab

Nicht weniger als 40 Personen prügelten sich nach Polizeiangaben in Leer. Nach Mitternacht wurden dabei mehrere Menschen verletzt. Einige von ihnen mussten ins Krankenhaus gebracht werden - ebenso wie ein Polizist, der einen Faustschlag ins Gesicht bekam. Warum sich die Schlägerei entwickelte, ist noch nicht geklärt. Die Polizei ermittelt - auch in Bezug auf mögliche Verstöße gegen die geltenden Corona-Regeln.

Altkleidercontainer in Wolfsburg in Brand gesetzt

Wegen Brandstiftung ermittelt die Polizei in Wolfsburg. Im Stadtteil Detmerode haben in der Silvesternacht offenbar Unbekannte einen Altkleidercontainer mit Hilfe von Pyrotechnik in Brand gesetzt. Die von einem Zeugen gegen 1 Uhr alarmierte Feuerwehr konnte das Feuer schnell löschen, teilte die Polizei mit.

Ruhige Nacht im Raum Hannover und Lüneburg

Einsatzkräfte der Polizei gehen bei Nacht am Leine Center in Laatzen in der Region Hannover auf einer Straße. © dpa Foto: Julian Stratenschulte
In Laatzen sind zwei Männer am frühen Morgen verletzt und beraubt worden.

Keine größeren Vorkommnisse wurden im Großraum Hannover gemeldet. Die Silvesternacht sei von einem normalen Freitagabend kaum zu unterscheiden gewesen, so ein Polizeisprecher. Der Rettungsdienst in der Landeshauptstadt wurde nach Angaben der Feuerwehr zu 152 Notfalleinsätzen gerufen - etwas mehr als im vergangenen Jahr. In den meisten Fällen hatten es die Einsatzkräfte demnach mit Alkoholvergiftungen und Verletzungen nach Stürzen oder Auseinandersetzungen zu tun. In Laatzen in der Region Hannover wurden zwei Männer am frühen Neujahrsmorgen von einer Gruppe angegriffen, verletzt und beraubt. Beide Männer wurden leicht verletzt. Die Polizei konnte bisher keine Täter ermitteln.

Böllerverbot weitgehend eingehalten

Ebenfalls vergleichsweise wenige Einsätze verzeichneten die Beamtinnen und Beamten in Lüneburg. Dort gab es ein Böllerverbot im Innenstadtbereich. "Ich glaube, die Straßen sind so sauber wie nie zuvor", sagte ein Sprecher der Polizei Lüneburg. Auch in Oldenburg und Braunschweig war der Start ins neue Jahr ruhiger als in den vergangenen Jahren. Die meisten Menschen hätten sich an die Corona-Regeln und die örtlichen Feuerwerksverbote gehalten, hieß es.


04.01.2022 11:36 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags stand, dass der Verkauf von Feuerwerk in den Niederlanden erlaubt gewesen sei. Das ist nicht korrekt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.01.2022 | 07:00 Uhr

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