Stand: 12.06.2018 10:11 Uhr

Polizisten-Tattoos bleiben unsichtbar - vorerst

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Ein Tattoo am Oberarm, das nur zu sehen ist, wenn der kurze Hemdsärmel etwas hochrutscht - das ist gerade noch erlaubt.

Die Polizei braucht Personal, und zwar gutes Personal. Das zu bekommen, ist schwierig. Und so versuchen einige Bundesländer, den Job durch mehr Freiheiten attraktiver zu machen. Niedersachsen ist noch nicht so weit, aber Berlin und Baden-Württemberg haben bei der Nachwuchssuche im Hinterkopf, dass rund jeder fünfte Deutsche tätowiert ist. Polizisten durften bislang keine Tattoos tragen, die zu sehen sind, auch nicht im kurzärmeligen Diensthemd. Die Befürchtung: Vertrauen und Respekt der Bevölkerung könnten sinken, zudem müsse die Neutralität der Beamten gewahrt bleiben. Die beiden Bundesländer lockern nun aber die Regel.

Keine Brüste und kein Kreuz - "dezent" ist erlaubt

Tätowierte Unterarme sind gestattet: Damit wirbt die Polizei in Berlin auf der Jagd nach Bewerbern. Es bleiben aber Einschränkungen: Extremistische und sexistische Motive sind ebenso untersagt wie gewaltverherrlichende und auch religiöse Motive. In Baden-Württemberg dürfen Beamte seit 2017 "dezente" Tattoos auch im sichtbaren Körperbereich haben. Niedersachsen verbietet seinen Polizisten generell Tätowierungen, die im kurzärmeligen Hemd zu sehen sind. Allerdings könne ein Abweichen davon im Einzelfall vom jeweiligen Vorgesetzten entschieden werden, heißt es in der Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der FDP im Landtag.

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Es ist Bewegung im Thema

Für die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen hat die Tattoo-Frage keine große Priorität. "Uns geht es vielmehr darum, die Attraktivität des Polizeiberufs zu verbessern und für gute Arbeitsbedingungen sowie für notwendige Investitionen und Perspektiven zu sorgen", sagte GdP-Sprecherin Angela Hübsch. Während also vorerst alles beim Alten und der Unterarm tattoofrei bleibt, ist doch einige Bewegung im Thema: Erstens tritt die Verwaltungsvorschrift Ende des Jahres außer Kraft - eine Änderung wird laut Landesregierung geprüft. Zweitens steht Nordrhein-Westfalen möglicherweise vor einer Gesetzesänderung, die Vorbild auch für Niedersachsen sein könnte.

GdP: Regelung in NRW abwarten

Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hatte eine Neuregelung angeregt und einem Kommissar-Anwärter Recht gegeben, der eine große Löwenkopf-Tätowierung auf dem Unterarm trägt. Der 25-Jährige wurde verbeamtet, allerdings nur unter Vorbehalt: Das Land geht in Berufung und will vom Oberverwaltungsgericht klären lassen, ob ein neues Gesetz notwendig ist. Die GdP in Niedersachsen rät dazu, diese mögliche neue Regelung im Nachbarland abzuwarten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 21.03.2018 | 09:20 Uhr

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