Ein Polizist in zivilkleidung kontrolliert ein Fahrzeug. © dpa Foto: Philipp Schulze

Polizei überprüft mehr als 1.300 Autoposer in Niedersachsen

Stand: 20.09.2021 14:59 Uhr

Mit 450 Einsatzkräften sind Polizei und Landeskriminalamt (LKA) am Wochenende gegen sogenannte Autoposer vorgegangen. Dabei kontrollierten sie mehr als 1.300 umgebaute Autos und ihre Fahrer.

Die Bilanz: 129 Anzeigen wegen Verkehrsordnungswidrigkeiten, 31 Strafanzeigen, fünf sichergestellte Autos und eine Festnahme. Grund für die Anzeigen waren unter anderem bei den Kontrollen entdeckte Messer, eine Schreckschusspistole sowie geringe Mengen Heroin und Marihuana, wie das LKA am Montag mitteilte. Die manipulierten Fahrzeuge wurden demnach in Hildesheim sichergestellt. An einer Kontrollstelle in Osnabrück fassten Beamte eine per Haftbefehl gesuchte Person.

LKA: Häufig Kriminelle in Autoposer-Szene

Ziel der vom LKA koordinierten Großkontrolle waren demnach "Akteure aus dem kriminellen Milieu oder kriminellen Clanstrukturen", die häufig in der Autoposer-Szene zu finden seien. Diese setzen sich laut LKA zunehmend und vorsätzlich über alle Regeln hinweg und nutzten die Straße als ihre Bühne. Dabei gefährdeten sie nicht nur selbst, sondern insbesondere Unbeteiligte. Das Phänomen sei in Niedersachsen nicht nur in Großstädten, sondern vermehrt auch im ländlichen Raum zu beobachten.

Keinen Führerschein, dafür Drogen im Blut

In Hildesheim etwa kontrollierten die Beamten 70 Autos, auch mit technischen Gutachtern. Dabei leiteten die Beamten Verfahren etwa wegen manipulierter Schalldämpfer oder Urkundenfälschung ein. Mehrfach lag auch keine Betriebserlaubnis vor. Einige der Kontrollierten sollen zudem keinen gültigen Führerschein gehabt sowie unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gestanden haben. Bei Kontrollen in Hannover wurde ein Autobesitzer ermittelt, der seine Kfz-Steuern nicht gezahlt hatte.

Auch Verstöße gegen Waffengesetz festgestellt

In Wilhelmshaven kontrollierte die Polizei gemeinsam mit Kollegen vom Zoll in der Nacht zu Sonntag auffällige Autos. Auf rund 100 untersuchte Fahrzeuge entfielen den Angaben zufolge 14 Verkehrsordnungswidrigkeiten. Zudem gab es Verstöße gegen das Waffengesetz und fehlenden Versicherungsschutz. Es sei gefährlich, "den Straßenverkehr mit hochmotorisierten Fahrzeugen als Bühne zu nutzen", warnte die Polizei.

Autofreie Zone in Uelzen

In manchen Städten sperrt die Polizei nachts an den Wochenenden mittlerweile sogar Kreuzungen und Straßenzüge, die bei Autoposern besonders beliebt sind. In Uelzen etwa sind die Marktstraßen im Juni über die Wochenenden zu autofreien Zonen geworden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 20.09.2021 | 15:00 Uhr

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