Stand: 01.02.2018 19:54 Uhr

Noch mehr Lehrer müssen woanders aushelfen

Lehrermangel, Unterrichtsausfall und Lehrer, die an andere Schulformen abgeordnet werden: Die Lage an Niedersachsens Schulen ist weiter prekär. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat neue Zahlen vorgestellt - und die sind ernüchternd. Zu Beginn des zweiten Schulhalbjahrs droht noch mehr Unterricht auszufallen, noch mehr Gymnasiallehrer müssen an Grundschulen Löcher stopfen. Erneut konnte das Land nicht alle offenen Stellen besetzen und hält sich mit Quereinsteigern notdürftig über Wasser.

Mangel vor allem an Grundschulen

Für das zweite Schulhalbjahr hatte das Land nach eigenen Angaben 1.200 Lehrerstellen ausgeschrieben. 1.070 neue Lehrer nehmen ihren Dienst zum zweiten Halbjahr auf, davon 121 Quereinsteiger. "Gerade bei Grundschulen gibt es das Problem des Bewerbermangels", sagte Tonne am Donnerstag in Hannover. Rund 750 Gymnasiallehrer werden ab kommender Woche stundenweise an Grundschulen ausgeliehen. Das sind 310 mehr als noch im ersten Halbjahr.

"Wir haben keine Alternative"

Insgesamt werden laut Ministerium 2.878 Lehrkräfte öffentlicher allgemeinbildender Schulen an eine andere Schulform abgeordnet, eine Zunahme um 650 im Vergleich zum ersten Halbjahr. Ihm sei bewusst, dass dies eine Belastung für die Lehrkräfte darstelle, sagte Tonne - doch es sei notwendig: Im jetzt beginnenden Halbjahr "haben wir leider keine Alternativen auf dem Tisch liegen".

Torben Hildebrandt aus der Redaktion Landespolitik steht in einem Studio von NDR 1 Niedersachsen © NDR Foto: Hendrik Millauer

"Gute Schule ist teuer!"

NDR 1 Niedersachsen -

Lehrermangel an Schulen: 750 Gymnasiallehrer müssen aushelfen. Der einzige Lichtblick ist, dass Kultusminister Tonne die Lage nicht mehr schön redet, kommentiert Torben Hildebrandt.

4,24 bei 17 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Tonne verspricht "Attraktivitätsprogramm"

Vor den Sommerferien ist keine Besserung zu erwarten. "Mein Ziel ist, die Unterrichtsversorgung zum neuen Schuljahr 2018/19 deutlich zu verbessern", so der Kultusminister. Wie das funktionieren soll? Mit einem "Maßnahmenpaket zur Unterrichtsversorgung", wie es heißt. Hierzu gehören nach Angaben des Ministeriums die Vereinfachung des Quereinstiegs, die Verlagerung der vorschulischen Sprachförderung in die Kindertagesstätten und die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Lehrkräfte. Tonne kündigte zudem ein "Attraktivitätsprogramm" für den Lehrkräfteberuf an, gab hierzu aber keine Einzelheiten bekannt - es dürfte dabei vor allem um eine bessere Bezahlung gehen.

So viel verdienen Lehrer in Niedersachsen

  • Lehrer an Gymnasien und Berufsschulen bekommen im ersten Berufsjahr nach dem Referendariat inklusive einer allgemeinen Stellenzulage ein monatliches Gehalt von 3.934,50 Euro. (Beamtensold A13)
  • Lehrer an Förderschulen bekommen auch A13, aber ohne die Stellenzulage. Ihr Bruttogehalt liegt somit bei 3.844,93 Euro.
  • Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen müssen sich nach dem Referendariat dagegen mit dem Beamtensold A12 und 3.427,53 Euro begnügen. Eine Zulage bekommen sie nicht.
  • An der Gesamtschule richtet sich das Gehalt nach dem absolvierten Studium. Wer Grund-, Haupt- und Realschullehramt studiert hat, bekommt A12. Wer für das Gymnasium ausgebildet ist, erhält A13 samt Zulage.
(Quelle: dpa)

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.02.2018 | 16:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:31
Hallo Niedersachsen

Feuerwerksverbot: Was spricht dafür, was dagegen?

11.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
02:36
Hallo Niedersachsen

Welfenstreit: Verkauf der Marienburg gestoppt

11.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen
01:57
Hallo Niedersachsen

Brand in Sittensen hinterlässt Millionenschaden

11.12.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen