Ein Fläschchen mit AstraZeneca-Impfstoff liegt auf einem Tisch. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann

Nach Empfehlung zu Corona-Impfung: AstraZeneca bleibt liegen

Stand: 09.07.2021 13:25 Uhr

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca hatte bislang ohnehin einen schweren Stand. Nun führt eine Empfehlung der Stiko dazu, dass AstraZeneca immer öfter liegen bleibt - und sogar vernichtet wird.

In Oldenburg sind etwa 20 Prozent der Impftermine mit AstraZeneca abgesagt worden, sagte Stadtsprecher Reinhard Schenke. Entsorgt werden musste demnach aber noch kein Impfstoff, es gebe genug Impfwillige. Auf der Warteliste stünden noch etwa 8.000 Menschen. Und auch in Delmenhorst gibt es nur wenige Absagen, heißt es beim örtlichen Impfzentrums. Die von der Ständigen Impfkommission (Stiko) empfohlene Kreuzimpfung wird in Delmenhorst allerdings noch nicht berücksichtigt. Das würde die Pläne zu sehr durcheinander bringen, zumal man noch nicht wisse, wieviel Impfstoff von Moderna oder Biontech für die Zweitimpfung zur Verfügung stehen werde. Im Impfzentrum von Emden hat man dagegen schon mit den Kreuzimpfungen begonnen, weil genügend Impfstoff vom Land angekommen ist. Und auch hier wurde bisher kein AstraZeneca-Impfstoff vernichtet.

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Ministerin: Auch AstraZeneca hochwirksam

Erst am Mittwoch hatte Niedersachsens Gesundheitsministerin bekanntgegeben, dass alle mit AstraZeneca Erstgeimpften bei ihrer Zweitimpfung einen mRNA-Impfstoff angeboten bekommen sollen. Die Ministerin rief aber auch dazu auf, Termine für eine Zweitimpfung mit Astrazeneca nicht verfallen zu lassen, wenn kurzfristig noch kein mRNA-Impfstoff angeboten werden kann. Auch Impfungen mit zwei Dosen von Astrazeneca seien hochwirksam und schützten zuverlässig vor schweren Covid-19-Erkrankungen.

Emsland lagert noch mehrere tausend Dosen AstraZeneca

Im Landkreis Grafschaft Bentheim kamen nach Angaben eines Sprechers in den vergangenen Tagen jedoch nur zehn bis 15 Prozent jener angemeldeten Personen, die den AstraZeneca-Wirkstoff erhalten sollten. In der Stadt Osnabrück verweigern vier von fünf Personen die Zweitimpfung mit AstraZeneca. Der vorhandene Impfstoff soll nun für Erstimpfungen verwendet werden. Allein im Emsland werden momentan noch mehrere Tausend Dosen gelagert, sagte eine Sprecherin. Sie sollen aber - wenn möglich - noch verimpft werden.

Ärzte: Todesstoß für AstraZeneca

In Bremen sinkt die Nachfrage nach Impfterminen ebenfalls, was dazu führt, dass AstraZeneca-Impfdosen sogar ungenutzt vernichtet werden. "Mit der neuen Stiko-Empfehlung hat der Impfstoff von AstraZeneca den finalen Todesstoß erhalten", sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Bremen, Christoph Fox, mit Blick auf die neue Empfehlung der Stiko zur Kreuzimpfung und der Verkürzung des Impfintervalls.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 09.07.2021 | 15:00 Uhr

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