Eine Statue hält eine Waage in der linken Hand. © photocase.de / denhans Foto: photocase.de / denhans

Mehr Unterstützung für Schöffen in Niedersachsen

Stand: 21.06.2021 21:12 Uhr

Schöffinnen und Schöffen sollen mehr Unterstützung bekommen. Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) hat dazu am Montag ein Hilfsprogramm vorgestellt.

Ehrenamtliche seien bei Prozessen immer wieder mit belastenden Situationen konfrontiert. Das Betreuungs- und Beratungsangebot soll dies auffangen. "Ich erinnere mich nur zu gut, welche Bilder sich im Laufe eines Verfahrens im Kopf eines Richters festbrennen können", sagte die Ministerin Havliza, die selbst lange als Richterin gearbeitet hat.

Dreistufiges Beratungsnetz

Zunächst könnten Betroffene spezielle Stellen direkt am Gericht nutzen. Besteht darüber hinaus Bedarf sieht der Drei-Punkte-Plan geschulte Kräfte des ambulanten Justizsozialdienstes als Ansprechpartner vor. In ganz gravierenden Fällen schreiten Kriseninterventionskräfte ein. "Ehrenamtliche Richter sind komplett auf sich alleine gestellt", sagte der Vorsitzende des Schöffenverbandes Niedersachsen-Bremen, Michael Schmädecke. Die neue Beratungsstruktur könne mögliche Belastungssituationen hoffentlich entschärfen.

6.000 Ehrenamtliche in Niedersachsen

In Niedersachsen sind 6.000 Schöffinnen und Schöffen tätig, bundesweit sind es 100.000. Sie haben in der Regel keine juristische Vorerfahrung oder Ausbildung und wirken im Hauptverfahren von Strafprozessen mit. Bei der Urteilsfindung haben sie das gleiche Stimmrecht wie Berufsrichter. Sie bringen ihre Lebens- und Berufserfahrung in die Entscheidungen ein und sollen so zu einer lebensnahen Wahrheits- und Rechtsfindung beitragen.

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 21.06.2021 | 18:00 Uhr

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