Stand: 20.12.2018 18:45 Uhr

Mehr Übergriffe auf Rettungskräfte und Polizisten

Polizisten, Feuerwehrleute und Sanitäter waren 2017 mehr Angriffen und Beleidigungen ausgesetzt als im im Jahr zuvor. Das geht aus Zahlen des niedersächsischen Innenministeriums hervor. Allein 3.179 Angriffe auf Polizisten seien demnach angezeigt worden, 2016 waren es 122 Fälle weniger. Die Zahl der Angriffe oder Beleidigungen auf Rettungskräfte stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel auf 215 Fälle. Fünf Jahre zuvor hatte es landesweit sogar nur 94 Anzeigen gegeben. Die Zahlen für 2018 liegen noch nicht vor, nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) liegen die Übergriffe auf Polizeibeamte aber weiter auf hohem Niveau. Kollegen hätten angegeben, dass die Angriffe gefühlt weiter zugenommen hätten, sagte eine GdP-Sprecherin.

Mann bedroht Sanitäter

Der gegenseitige Respekt und die Schwelle, jemanden anzugreifen, hätten im Laufe der Jahre abgenommen, vor allem bei Jugendlichen, sagte Daniel Schulte vom Landesverband Niedersachsen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Ihm und seinen Kollegen seien bereits Flaschen entgegen geflogen. Im März 2017 habe ein betrunkener Mann in Hannover mehrmals versucht, zwei Sanitäter zu schlagen und drohte sogar, er werde sie mit einer Pistole erschießen. DRK-Mitarbeiter seien in der Regel jedoch nicht mit Pfefferspray und Schutzweste im Einsatz, erklärt Schulte. Im Zweifel warteten er und seine Kollegen auf das Eintreffen der Polizei. Thorsten Ernst vom Johanniter-Landesverband Niedersachsen und Bremen sieht die Lage trotz der gestiegenen Zahlen jedoch nicht allzu dramatisch. "Es gibt immer mal wieder Ausreißer, aber das war schon immer so."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 20.12.2018 | 06:00 Uhr

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