Stand: 04.07.2019 12:11 Uhr

Lokführer: Bahnunternehmen führen Ablösesumme ein

Die Geschäftsführungen der Eisenbahnunternehmen haben im Beisein der Geschäftsführerinnen der LNVG und des Verkehrsministers Bernd Althusmann das Abkommen unterzeichnet.

Den Eisenbahngesellschaften fehlen Lokführer. In den vergangenen Monaten mussten immer wieder Zugverbindungen ausfallen, weil Lokführer erkrankt oder im Urlaub waren. Dieses Problem wollen die Eisenbahngesellschaften im Regionalverkehr in Niedersachsen und Bremen jetzt im Zusammenschluss angehen - und verstärkt Lokführer ausbilden. In einer gemeinsamen Erklärung haben sich am Mittwoch elf Unternehmen dazu verpflichtet, die Kosten für die Ausbildung in Teilen zu erstatten, wenn sie einen Lokführer innerhalb der ersten fünf Jahre nach der Ausbildung von einem konkurrierenden Unternehmen abwerben. Durch diesen Vertrag solle verhindert werden, dass aus Angst vor Abwerbeversuchen weniger Personal ausgebildet wird, teilte die Nordwestbahn mit.

"Fachkräftemangel mit vereinten Kräften abmildern"

"Auch wenn wir im Wettbewerb stehen, arbeiten wir innerhalb der Branche kooperativ zusammen, um den Schienenpersonennahverkehr in Niedersachsen und Bremen nachhaltig zu stärken", sagte Rolf Erfurt, der Vorsitzende Geschäftsführung der NordWestBahn. Bei der Unterzeichnung des Abkommens war auch Niedersachsens Verkehrsminister Bernd Althusmann dabei. "Mit vereinten Kräften lässt sich der Fachkräftemangel in der Eisenbahnbranche leichter abmildern", sagte er. Davon gehe das Signal aus, dass sich das Ausbilden von Triebfahrzeugführern lohne. Er rief auch die Fernverkehrs- sowie Güterverkehrsunternehmen dazu auf, der Vereinbarung beizutreten.

Landesnahverkehrsgesellschaft soll bei Abwerbungen vermitteln

Sollte es zu einer Abwerbung von Lokführern kommen, will die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) zwischen den Unternehmen vermitteln. Sie soll dazu unter anderem Informationen über die entstandenen Ausbildungskosten erhalten und die Erstattungszahlungen berechnen. LNVG-Chefin Carmen Schwabl hält die Selbstverpflichtung für den richtigen Weg, um dem Fachkräftemangel entgegenzusteuern.

Diese Eisenbahnunternehmen haben den Vertrag unterschrieben:

  • Abellio Rail Mitteldeutschland GmbH
  • Bentheimer Eisenbahn AG
  • cantus Verkehrsgesellschaft mbH
  • DB Regio AG
  • Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH
  • erixx GmbH
  • Eurobahn KEOLIS Deutschland GmbH
  • metronom Eisenbahngesellschaft mbH
  • NordWestBahn GmbH
  • Verkehrsgesellschaft Start Unterelbe mbH
  • WestfalenBahn GmbH

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.07.2019 | 12:00 Uhr

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