Ein Wolf streift durch ein Gebüsch © Colourbox Foto: Dennis Jacobsen

Lies will jeden zehnten Wolf in Niedersachsen töten lassen

Stand: 27.09.2022 10:54 Uhr

Im Umgang mit dem Wolf hat Umweltminister Lies (SPD) eine Abschussquote und eine Begrenzung auf 500 Tiere in Niedersachsen ins Spiel gebracht. Weidetierhalter fordern weiter "aktives Wolfsmanagement".

Bei einem jährlichen Abschuss von zehn Prozent würde die Population immer noch steigen, sagte SPD-Politiker Olaf Lies bei einer Fachtagung in Visselhövede (Landkreis Rotenburg). "Man darf den Wolf nicht vermenschlichen." Wenn der Herdenschutz nicht greife, müsse konsequent gehandelt werden. Das Land vertrage nicht mehr als 500 Tiere. Derzeit leben etwa 400 Wölfe in Niedersachsen. Der Landtagsabgeordnete und Rotenburger Kreistagspolitiker Marco Mohrmann (CDU) forderte bei der Veranstaltung wolfsfreie Zonen. Niedersachsen könne sich skandinavische Länder zum Vorbild nehmen, in denen Abschüsse klarer geregelt seien.

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Verbände: "Aktives Wolfsmanagement" und weniger Bürokratie

Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers setzte sich stellvertretend für Weidetierhalter und Jäger für eine sofortige Bestandsregulierung und einen höheren Schadenersatz ein. Zum "aktivem Wolfsmanagement" gehören seiner Ansicht nach gezielte Abschüsse "nicht nur für die Abwehr von Gefahren für Menschen", sondern unter anderem auch für den Schutz von Weidetieren, zur Erhaltung von Weidelandschaften und zum Schutz des übrigen Tierartenspektrums. Die Wölfe vermehrten sich jährlich etwa um 30 Prozent, führte Sebastian Kuhlmann, Geschäftsführer des "Aktionsbündnisses aktives Wolfsmanagement", an. Vor vielen Jahren sei es unvorstellbar gewesen, dass der Wolf an die Küste kommt, inzwischen sei das Realität. "Wir wollen unsere Kulturlandschaft nicht mit Zäunen verschandeln", betonte Kuhlmann. Mit der Aufnahme ins Jagdrecht habe man in Niedersachsen bereits ein Ziel erreicht. Die nächsten seien eine Entbürokratisierung und weitere Schritte auf EU-Ebene.

Weidetierhalter planen am Freitag Mahnfeuer

Niedersächsische Weidetierhalter wollen am Freitagabend mit Mahnfeuern auf ihre Situation aufmerksam machen. "Die europäische Strategie einer Koexistenz der Weidewirtschaft mit diesem Raubtier ist grandios gescheitert und muss neu diskutiert werden", sagte Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung.

44 Rudel in Niedersachsen - etwa 800 Nutztier-Risse jährlich

Niedersachsen ist neben Sachsen und Brandenburg das Bundesland, in dem die meisten Wölfe gezählt wurden. Laut Wolfsmonitoring sind derzeit 44 Rudel und vier Einzeltiere bestätigt. Demnach gab es in 30 Rudeln Nachwuchs von mindestens 63 Welpen. Die Wiederansiedlung der Raubtiere macht besonders Schafhaltern zu schaffen, die oftmals um die Existenz kämpfen. In den vergangenen Jahren wurden landesweit 700 bis 800 gerissene Nutztiere pro Saison gemeldet - vor allem Schafe, Rinder und Ziegen. Nicht alle Risse wurden in der Statistik vermerkt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.09.2022 | 20:00 Uhr

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